Erschwerte Einreise

Nicht alle Länder erkennen Kreuzimpfungen an

Kreuzimpfung oder nicht? WHO und Stiko sind sich nicht einig - für Reisende kann das zu Problemen führen.
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Kreuzimpfung oder nicht? WHO und Stiko sind sich nicht einig - für Reisende kann das zu Problemen führen.

Am Montag beginnen in Hessen die Herbstferien. Trotz doppelter Corona-Impfung können Urlauber bei Interkontinentalreisen Probleme bekommen – wenn sie Impfungen mit zwei verschiedenen Wirkstoffen erhalten haben.

Werra-Meißner – So geht es einem 68-jährigen Leser aus dem Werra-Meißner-Kreis. Wie er berichtet, hat er erst den Wirkstoff von Astrazeneca und als Zweitimpfung den von Biontech bekommen. Laut eigener Aussage gelte er damit laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als nicht vollständig geimpft. Eine weitere Impfung mit einem der beiden Wirkstoffe werde ihm verweigert. Nach Vorgabe der Ständigen Impfkommission (Stiko) erhalten Menschen unter 70 Jahren nur mit trifftigem Grund eine Drittimpfung: Bei Immunschwächen oder weil sie in Pflegeheimen leben oder arbeiten. Ein Urlaubswunsch reicht nicht. Damit müsste der 68-Jährige etwa nach einer Einreise in einige Gegenden Thailands aktuell eine längere Quarantäne absolvieren als Menschen, die als vollständig geimpft gelten. Auf Nachfrage erklärt Catharina de Kat von der WHO-Pressestelle, dass die Organisation die gleichen Impfstoffe für beide Impfungen empfehle. Würden verschiedene Vakzine genutzt, empfehle die WHO derzeit keine weitere Dosis des einen oder anderen Impfstoffs.

Laut Andreas Deffner vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) sind die Einreisebedingungen weltweit nicht einheitlich. Falls ein Land Impfungen mit zwei Stoffen nicht akzeptiere, gelte die Person dort als ungeimpft. Studien würden aber zeigen, dass die Immunantwort nach einer Erstimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und einer Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff – etwa der von Biontech – deutlich besser sei als zwei Astrazeneca-Dosen. Die Stiko habe dies daher empfohlen. Wer diese Kombination erhalten habe, „gilt 14 Tage nach der zweiten Impfung in der Europäischen Union als vollständig geimpft“. Voraussetzung sei eine EU-Zulassung, „was bei allen in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffen der Fall ist“.

Für Reisen außerhalb der EU gibt es laut Deffner keine einheitlichen Regelungen. „Einige Länder orientieren sich an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation“ – etwa die USA. Die WHO habe bisher noch keine offizielle Empfehlung für eine Impfung mit zwei Wirkstoffen ausgesprochen. Das BMG tausche sich hierzu mit nationalen und internationalen Akteuren aus und setze sich für eine Anerkennung ein. (nde)

Infos gibt es beim Auswärtigen Amt

Menschen mit einer Kreuzimpfung können sich an verschiedenen Stellen informieren, welche Einreisebedingungen ihr Wunsch-Reiseland hat. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes kann man unter zu.hna.de/coronareise die jeweiligen Reise- und Sicherheitshinweise einsehen. Informationen über Einreisebestimmungen in der EU und in Drittländern verabreichte und in der EU akzeptierte Impfstoffe gibt es auf der Seite der Europäischen Union unter reopen.europa.eu/de (nde)

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