Werra-Meißner-Kreis

Nicht gleich auf den Button klicken: Kriminalbeamtin gibt in VHS-Online-Vortrag Tipps zur Sicherheit im Netz

Blick ins Studio der VHS: Kriminalhauptkommissarin Aniane Emde gibt im Online-Vortrag Tipps zur Sicherheit im Internet.
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Blick ins Studio der VHS: Kriminalhauptkommissarin Aniane Emde gibt im Online-Vortrag Tipps zur Sicherheit im Internet.

Weil Menschen in der Pandemie persönliche Kontakte reduzieren, hat das Internet Hochkonjunktur. Das wissen auch Kriminelle, die versuchen, dort mit Betrug an Daten oder Geld der Nutzer zu gelangen.

Werra-Meißner - Deshalb startete die Volkshochschule Werra-Meißner jetzt eine neue Reihe: Aniane Emde, Kriminalhauptkommissarin des Polizeipräsidiums Nordhessen, klärte kostenlos auf über Methoden, mit denen die Täter im Internet sensible Daten via E-Mail, Anruf oder SMS abfischen – die Fachausdrücke dafür sind Phishing, Vishing und Smishing. Fachgebiet der Expertin ist Prävention im Umgang mit Kriminalität im Internet. Aus dem virtuellen Studio in Witzenhausen erklärte sie gut 60 zugeschalteten Teilnehmern die Fallstricke, die im Internet lauern.

Die besten Tipps:

Internetshops können gefälscht sein mit dem Ziel, Zahlungen auf Konten der Betrüger umzuleiten. Daher sollte man Onlineshops genau unter die Lupe nehmen, bevor man kaufe. Dabei sollte man Siegel unabhängig überprüfen, die Vertrauen erzeugen sollen. Leitfragen wären: Gibt es die angegebenen Siegel überhaupt? Ist der Händler dort auch gelistet?

Kein öffentliches W-Lan für den Einkauf im Internet nutzen.

Für Bezahlvorgänge einen zweiten Faktor wählen, etwa eine zusätzliche Identitätsüberprüfung per SMS.

Bei überraschend eintrudelnden E-Mails von der Bank, die von Problemen berichteten, skeptisch sein: Hier sollte man keinesfalls Links oder Buttons anklicken, sondern sich die E-Mail genauer anschauen: Stammt sie tatsächlich von dem vorgegaukelten Absender? Wird man mit korrektem Namen angesprochen? Ist das vorgetragene Problem überhaupt glaubhaft? Emde rät, lieber den Bankberater anzurufen. Der enthaltene Link könnte nämlich ganz woanders hinführen oder gar Schadsoftware installieren. Bei Problemen mit Phishing-E-Mails könne man sich an die Verbraucherzentrale NRW wenden.

Trojaner (eingeschmuggelte Späh- und Schadprogramme) kann man der Polizei per E-Mail melden: trojaner@polizeilabor.de.

Falsche Servicemitarbeiter: Aktuell sei die Masche beliebt, dass Betrüger sich als Microsoft-Support ausgäben, sagt Emde. Sie würden den Nutzer im zweiten Schritt sogar anrufen – aber anstatt angebliche Sicherheitsprobleme zu lösen, den Computer übernehmen oder ausspionieren. Eine Sammlung von Programmen, mit denen man seinen Rechner oder seine E-Mail überprüfen kann, gibt es auf botfrei.de

Falsche Paketbenachrichtigung: Auch diese Masche ist laut Emde derzeit sehr häufig, da gerade viel bestellt werde und die Nutzer ihre Sendungen verfolgen wollen. Jedoch könnten sich unter den Benachrichtigungen auch gefälschte Mails befinden. Auch hier riet die Kommissarin, aufmerksam zu bleiben und nicht reflexhaft zu klicken.

Für das kontaktlose Bezahlen per Handy oder EC-Karte empfiehlt Emde eine NFC-Schutzhülle, die unerwünschte Datenübertragung verhindere.

Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen gibt es bei der Polizei: zu.hna.de/Internetbetrug21 sowie beim Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik: bsi.bund.de

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