Die 28-Jährige im Interview

Nicole Frölich aus Frieda ist das neue Gesicht bei FC Bayern TV

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Zuhause wird entspannt: Wenn Nicole Frölich in die Heimat kommt, dann genießt sie die Freizeit, die Heimeligkeit der Heimat, gemütliches Essen mit der Familie oder einfach ein leckeres Eis auf dem Eschweger Marktplatz.

Frieda. Sie ist 28 Jahre alt, ein echtes Fried’sches Mädchen und seit dem Sommer das neue Gesicht beim Onlinesender des FC Bayern München FCB.tv: Nicole Frölich.

Im Interview spricht die 28-Jährige über ihre Leidenschaft für Fußball und speziell für Bayern München.

High-Heels oder Sneakers: Was trägt man als Sportmoderatorin am Spielfeldrand? 

Nicole Frölich: Auf jeden Fall Sneakers. Man würde Ärger mit den Rasenpflegern bekommen, die es nicht so lustig finden, wenn man lauter Löcher in den Rasen stakst. Auch privat geht die Bequemlichkeit vor: Ich habe lieber Spaß, als dass ich zehn Zentimeter größer bin. Ich kann in den Dingern auch gar nicht laufen.

Haben Sie beim FC Bayern einen Lieblingsspieler? 

Frölich: Nein, nicht wirklich. Ich finde es einfach immer noch total spannend, wenn ich einen Spieler treffe, das ist immer noch neu. Ich habe auch noch nicht alle kennengelernt und bin immer noch sehr aufgeregt. Zum Beispiel kurz nach der WM, als ich auf Jérôme Boateng getroffen bin, der ja zwei Wochen zuvor erst Weltmeister geworden war.

Man bekommt bei Interviews mit Fußballern immer den Eindruck, dass sie alle die gleichen Floskeln vorbeten, ist das so? 

Frölich: Das weiß ich nicht, aber ein Medientraining gab es sicherlich.

Wie geht man als Moderatorin damit um? 

Frölich: Man weiß halt in manchen Situationen, dass da keine krasse Aussage bei rum kommen wird. Deshalb versuche ich vorher auszutarieren auf welche Fragen ich auch aussagekräftige Antworten bekommen könnte und ich so etwas Gehaltvolleres bekomme.

Ist es nicht langweilig, dass die Bayern eigentlich immer gewinnen? 

Frölich: Das ist höchstens für Außenstehende langweilig. Es ist trotzdem sehr cool zuzuschauen. Und die Spieler freuen sich nach wie vor über jeden Sieg, als wäre es der erste. Das schlägt sich auch in der schönen Stimmung nieder, alle ziehen an einem Strang. Und in der Rückrunde ging es ja auch nicht so fantastisch los...

Nicole Frölich bei der Arbeit für die deutsche Welle und FCB.tv

Gibt es Kontakt zu den Spielern? 

Frölich: Ja, aber rein professionell. Man läuft sich natürlich über den Weg, denn wir arbeiten genau dort wo auch trainiert wird. Es ist aber nicht so, dass man sich mal auf einen Kaffee verabredet.

Wann sind Sie denn mit Fußball in Kontakt gekommen? 

Frölich: Mein Vater war schon immer ein großer Bayernfan und auch Mitglied in der Bayernfront Frieda. Und Bayern war auch immer der Verein, für den ich mich am meisten begeistern konnte. Selber spielen lasse ich allerdings lieber, denn obwohl ich Sneakers trage, würde ich den Ball nicht treffen (lacht).

Auch bei Fußballspielen in Frieda zugeschaut? 

Frölich: Klar. Da gab es früher immer Cola-Kracher und Fanta zu den Spielen, das ist eine schöne Kindheitserinnerung an die Spiele des TSV.

Das war dann für Sie sozusagen ein Aufstieg von der Kreisliga zur Champions League? 

Frölich: Ja. Und ich habe dafür gar nichts machen müssen. Ich bin da regelrecht reingestolpert. Ein Bekannter hatte mich weiterempfohlen, als Bayern München das Social Media etwas aufpeppen wollte und während der WM eine Show mit den Bayernspielern der Nationalelf produzieren wollte, wofür ein englischsprechende Moderatorin gesucht wurde. Ich dachte auch erst, es sei nur für die Zeit der WM, aber das Format kam so gut an, dass ich dann einen Job angeboten bekam. Allerdings moderiere ich auch noch weiter bei der Deutschen Welle und pendel nun zwischen meiner Wahlheimat Berlin und München hin und her.

Wie sieht denn so ein typischer Arbeitstag bei FCB.tv aus? 

Frölich: Leider reise ich nicht mit zu den Auswärtsspielen, würde ich aber super gerne mal (lacht). Wenn ich in München in, bin ich aber bei den Spielen dabei. Ansonsten kümmere ich mich um Facebook und Twitter und bereite die Sendungen für FCB.tv vor. Wobei das eher harte Nachrichten sind, wohingegen wir im Social-Media-Bereich richtig kreativ sein können. Da gibt es jetzt zum Beispiel die neue Rubrik Top-Fünf, da hatten wir kürzlich die fünf beliebtesten Spielerhobbys.

Wie ist das für eine hübsche junge Sportmoderatorin in so einer Männerdomäne. Muss man sich da mehr durchbeißen? 

Frölich: Nein, zumindest bei uns nicht. Klar, dass sind sonst alles Männer. Aber es geht hauptsächlich ums Können. Und obwohl es ein Sportverein ist, gibt es beim FC Bayern viele Frauen in verantwortungsvollen Positionen.

Zur Person: Nicole Frölich

Nicole Frölich (28) wurde am 12. Februar 1987 im Kreiskrankenhaus Eschwege geboren. Die ersten zwölf Lebensjahre verbrachte sie im Meinharder Ortsteil Frieda, dann zog die Familie ins spanische Altea. Dort machte Frölich ihr Abitur und begann ein Journalismus-Studium in Barcelona. Während des Studiums verschlug es sie auch ein Jahr in die amerikanische Studentenstadt Berkeley, bevor sie als Erasmus-Studentin nach Berlin kam. Dort blieb sie, die einen Schwerpunkt auf Sportjournalismus gesetzt hatte, 2011 als Redakteurin bei der Deutschen Welle hängen, wo sie dann zunächst eine Musiksendung moderierte und bis heute die Reisesendung „Hin und weg“. Zur WM 2014 kam das Angebot für den Onlinesender FCB.tv zu arbeiten. Seitdem pendelt die Wahlberlinerin zwischen der Hauptstadt und München hin und her. Sie spricht fließend spanisch und englisch. Mittlerweile lebt ihre Familie wieder in Frieda.

Von Diana Rissmann

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