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Niedrigster Pegel seit Jahren: Die Wisera liegt kaum im Wasser

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Deutlich niedriger stand das Wasser dagegen am gestrigen Nachmittag.
Am gestrigen Nachmittag war der niedrige Wasserstand schnell erkennbar. © Eden Sophie Rimbach

Der Pegel der Werra ist in der Schlagd in Wanfried besonders niedrig. Kompliziert macht das vor allem das Kanufahren.

Wanfried – „Das ist schon ein seltener Anblick“, sagt Hubertus Wetzestein über den derzeitigen Wasserstand an der Schlagd in Wanfried. Der 1. Vorsitzende des Fördevereins Historischer Hafen Wanfried hat seit der Vereinsgründung in 2008 keinen derart niedrigen Stand an dieser Stelle gesehen.

Steine stehen aus dem Wasser hervor, die Wisera ist fast komplett zu sehen und Kanufahrer müssen mit Bedacht planen, welchen Weg sie wählen, um nicht aufzusitzen. Alles, weil der Werra Wasser fehlt: Einerseits fehle der Regen und die Grundwasserstände seien abgesunken, doch vor allem erkläre er sich den niedrigen Wasserpegel damit, dass aus dem Thüringer Wald nicht genügend Wasser einfließe. Die Bäche und Zuflüsse führen laut Wetzestein zu wenig Wasser.

Für den Verein ist der Stand dahingehend nicht besorgniserregend, dass die Wisera dadurch nicht beeinflusst wird. Bei Hochwasser müsse man wegen Treibgut auf die Werraschute aufpassen. Während sie bei sehr hohem Wasserstand aufschwimmen kann, steht sie derzeit. Führungsdalben helfen dabei, dass sich die Wisera immer wieder an der gleichen Stelle absetzen kann. Beobachtet haben sowohl er als auch David Dreyer von der Hafengaststätte Zur Schlagd, dass der gesunkene Pegel für Kanufahrer eine Schwierigkeit darstellen kann.

Anfang Juli wurde die Wisera in die Werra gehoben. Steine waren dabei kaum zu sehen.
Anfang Juli wurde die Wisera in die Werra gehoben. Steine waren dabei kaum zu sehen. © Wilhelm Gebhard/NH

In den vergangenen Tagen habe der ein oder andere an flachen Stellen aussteigen und das Kanu schieben müssen. Dreyer berichtet, dass sie die Gaststätte dagegen vor einem Jahr aus Angst vor einer möglichen Überflutung komplett ausgeräumt hätten. Vor allem wenn der Schnee schmilzt, steige der Pegel schneller an. Doch auch sehr niedrige Pegelstände habe es in den vergangenen Jahren häufig gegeben. Den Vergleich zum Kanufahren von Altenburschla bis nach Wanfried fünf Tage zuvor können Kim und Christina Trümper ziehen.

Denn während ihr Kanu am Wochenende noch mehrfach kurz aufgesessen habe, bevor die Fahrt auf der Werra weitergehen konnte, sei das Fahren gestern durch den Regen am Vortag schon wieder etwas einfacher gewesen. „Man muss allerdings in der Mitte fahren, sonst wird es schon sehr schwierig“, sagt Kim Trümper über das Navigieren ihres Kanus unter der Brücke hindurch.

Beim Kanufahren in der Mitte zu bleiben, rät auch Peter Jost von Werra-Kanu. „In Kreuzburg haben wir es schon eingestellt“, sagt er über sein Kanu-Angebot. Dort würde man aufgrund des niedrigen Pegels zu häufig mit dem Kanu aufsitzen. Die geringen Niederschläge ab vergangenem Herbst würden sich bemerkbar machen. Der Grundwasserspiegel sei abgesackt.

Im Jahr 2021 sei dies anders gewesen. „Damals sah es noch besser aus. Wir haben vorheriges Jahr mehr Niederschläge gehabt“, erinnert sich Peter Jost. Doch der Kanu-Tourismus nehme von Jahr zu Jahr zu. Die Werra sei ein kleiner Geheimtipp, der sich bei den Kanufahrern allerdings immer mehr herumspreche. (Eden Sophie Rimbach)

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