Probeflächen angepasst

Noch mehr Flächen unter der Lupe: Weiter Kritik an Kartierungsarbeiten für Suedlink-Trasse

Auch dieses Gebiet schauen sich die Kartierer an: Das Areal des Ritterguts in Ellershausen wurde beispielsweise vom Suedlink-Vorhabensträger TransnetBW zu den Untersuchungsflächen hinzugenommen.   
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Auch dieses Gebiet schauen sich die Kartierer an: Das Areal des Ritterguts in Ellershausen wurde beispielsweise vom Suedlink-Vorhabensträger TransnetBW zu den Untersuchungsflächen hinzugenommen.

Auch wenn der Verlauf der geplanten Höchstspannungsleitung Suedlink noch gar nicht endgültig festgelegt ist, läuft bereits eine Kartierung, um die Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Natur- und Artenschutz zu prüfen.

Werra-Meißner – Die Flächen, die dabei auf das Vorkommen von Pflanzen und Tieren untersucht werden, sind jetzt noch ausgeweitet worden.

Per amtlicher Bekanntmachungen wurde in den Kommunen im Werra-Meißner-Kreis, die von der Vorzugstrasse betroffen sind, darauf hingewiesen, dass die bereits erfolgten faunistischen Kartierungen neue, verbesserte Erkenntnisse erbracht hätten. Folglich sei die Lage einiger Probeflächen angepasst, in einigen Fällen auch erweitert worden. Zudem hätten sich die Zeiträume, in denen einzelne Tierarten erfasst werden sollen, geändert. Im Bereich der Stadt Bad Sooden-Allendorf wurde beispielsweise sogar das Rittergut in Ellershausen neu hinzugenommen, in der Nachbarschaft ist der Campingplatz von Wahlhausen einbezogen worden.

Es sei festgestellt worden, dass es dort Bäume gibt, die für Vogelhorste geeignet sind, begründete ein Sprecher des Suedlink-Betreibers TransnetBW auf Anfrage die Erweiterung der Untersuchungsflächen.

Rückschlüsse aus der Lage der Probeflächen auf den späteren Leitungsverlauf seien aber nicht möglich, erklärte er überdies.

Klage bezüglich der Kartierung und der damit Beauftragten führt derweil die Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink. Die Kartierer gingen „selbst bei ausgesprochenem Betretungsverbot“ auf die Grundstücke, teilte BI-Sprecherin Karin Grabing jetzt mit. Jüngst erst hätte ein Kartierer auf dem Sickenberg geschützte Schmetterlinge gesucht und sich nicht einmal ausweisen können.

Außerdem macht Grabing auf eigene Feststellungen der BI bezüglich geschützter Tiere wie Zauneidechsen und Mittelspecht aufmerksam. So habe man mit einer Wildkamera vor zwei Wochen einen Fotobeweis bezüglich der Existenz des Bibers an der Werra in der Gemarkung von Bad Sooden-Allendorf erbracht. Unweit der Stelle, wo der Biber aktiv war, ziehe ein Rotmilan seinen Nachwuchs groß und hätten auch Kormorane ihr Revier. Und „punktgenau dort“ plane der Vorhabensträger, zum Verlegen des Starkstrom-Erdkabels die Werra mit einem aufwendigen Verfahren zu unterbohren.

Mit der Hinteransicht erwischt: Von der Wildfotofalle von Helmut Scharff wurde ein Biber an der Werra aufgenommen. Der markante, Kelle genannte Schwanz ist deutlich, zu erkennen.

Ferner kritisiert BI-Sprecherin Grabing, dass die Alternativrouten durch Thüringen vom Vorhabensträger zurzeit nicht kartiert würden. Mit der Festlegung des endgültigen Verlaufs der Suedlink-Trasse durch die Bundesnetzagentur wird in den nächsten drei Monaten gerechnet. Danach erst besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens dagegen zu klagen.

Von Stefan Forbert

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