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Kreisverwaltung: Vier Millionen Euro Zusatzkosten für Neubau und Sanierung

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Von: Tobias Stück

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Das Landgrafenschloss in Eschwege ist Sitz der Verwaltung des Werra-Meißner-Kreises.
Das Landgrafenschloss in Eschwege ist Sitz der Verwaltung des Werra-Meißner-Kreises. © Carl-Heinz Greim

Werra-Meißner – Die Kosten für den Neubau der Kreisverwaltung und die Sanierung des Landgrafenschlosses steigen innerhalb weniger Monate erneut. Im Finanzausschuss wurde gestern bekannt, dass mit fast vier Millionen Euro Zusatzkosten zu rechnen sei. Erst im Februar hatte die Kreisspitze eine Kostensteigerung von 650.000 Euro bekannt gegeben.

Die größte Preissteigerung mit knapp 2,9 Millionen Euro macht die Sanierung und Umbau des Landgrafenschlosses aus. „Die im Jahr 2018 veranschlagten Kosten sind heute nicht mehr haltbar“, sagt Baudezernent Dr. Rainer Wallmann. 4,8 Millionen Euro waren damals veranschlagt. Inzwischen haben die Coronapandemie und die Ukrainekrise die Preise – besonders in den vergangenen beiden Monaten – stark ansteigen lassen.

Gestiegene Kosten und Lieferengpässe

Nach Berechnungen mit aktuellen Angeboten steigen die Kosten für das Landgrafenschloss auf fast 7,6 Millionen Euro. „Dabei haben wir einen Puffer eingebaut. Ob wir mit dieser Summe den Zenit erreicht haben, ist aber nicht sicher“, sagt der Architekt des Werra-Meißner-Kreises, Theodor Sternal. Inzwischen müsse man alle acht Wochen mit Preissteigerungen rechnen, erklärt Peter Brengel vom Gebäudemanagement des Kreises. Zu den gestiegenen Material- und Handwerkerkosten kämen Lieferengpässe hinzu. In dem Gebäude, das teilweise bis zu 700 Jahre alt ist, müssen die Dachkonstruktion erneuert und Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden. Die Rettungswege seien beispielsweise nicht auf aktuellem Stand. Außerdem soll in dem verwinkelten Gebäude Barrierefreiheit hergestellt werden. Die Sanierung kann erst in Angriff genommen werden, wenn der Neubau der Verwaltung fertiggestellt ist. Für November ist der Umzug aus dem Schloss in den Neubau angedacht.

Der Bau gegenüber des Schlosses hat aufgrund von Lieferengpässen mit Verzögerungen zu kämpfen, wird aber wohl rechtzeitig im Oktober fertig werden. Die Kosten werden die verabschiedeten 12,4 Millionen Euro um rund 1,1 Millionen Euro überschreiten. Vermerkt ist dabei schon die Kostensteigerung aus dem Februar von rund 650.000 Euro.

Kreistag entscheidet über Schlosssanierung

Um die Sanierung des Jahrhunderte alten Schlosses komme man nicht herum, sagt Baudezernent Wallmann. Man könne überlegen, ob man statt aller neun Teilbereiche von Sanierung und Umbau erstmal nur die ersten vier verwirkliche. Ob eine Verschiebung der Bauarbeiten finanzielle Vorteile bringe, sei nicht sicher. Über die Sanierung des Schlosses entscheidet der Kreistag am 22. Juni. Die Mehrkosten für den Neubau werden im Nachtragshaushalt 2022 berücksichtigt.

Von Tobias Stück

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