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Nördlich der A4 sollen vier Windkraftanlagen am Siegelshof gebaut werden

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Von: Emily Spanel

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Vier Anlagen mit einer Gesamthöhe von je 240 Metern über Grund befinden sich aktuell im Genehmigungsverfahren. (Symbolbild)
Vier Anlagen mit einer Gesamthöhe von je 240 Metern über Grund befinden sich aktuell im Genehmigungsverfahren. (Symbolbild) © Fischer

Das Energieunternehmen Enertrag SE plant, im Vorranggebiet ESW 55 Siegelshof nördlich der Autobahn 4 und der Ortschaft Herleshausen einen Windpark zu errichten.

Herleshausen – Vier Anlagen mit einer Gesamthöhe von je 240 Metern über Grund befinden sich aktuell im Genehmigungsverfahren. Projektleiterin Annika Tebbe hat das Vorhaben im Zuge der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend in Herleshausen vorgestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wo liegt das Vorranggebiet ESW 55?

Der Teilregionalplan Nordhessen vom 26. Juni 2017 weist das etwa 67 Hektar große Gebiet ESW 55 als Vorranggebiet Wind aus. Im Süden liegt in einem gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 1000 Metern Herleshausen. Im Norden grenzt das FFH-Gebiet Wälder und Kalkmagerrasen der Ringgau-Südabdachung an das Vorranggebiet. Im Osten liegt in einem Abstand von 600 Metern das Gehöft Siegelshof; im Westen werden 500 Meter Abstand zu einem Rotmilanhorst und 1000 Meter Abstand zu Pferdsdorf eingehalten.

Welche Anlagen sind genau geplant?

Enertrag SE möchte vier Anlagen des Typs GE 5.5-158 errichten. Basierend auf einer Windmesskampagne wird pro Windkraftanlage ein Ertrag von 13,5 Millionen Kilowattstunden erwartet. Die Anlagen des Herstellers General Electric sind außerdem beispielsweise ausgestattet mit einer bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung und einer automatischen Fledermausabschaltung.

Wie kommen die Anlagen ans Netz?

Der Netzanschluss in Hessen bei EAM-Netz ist nicht möglich; daher muss zum thüringischen Netzbetreiber TEN gewechselt werden. Der Neubau eines Umspannwerks an der 110-kV-Freileitung Eisenach-West nach Martinroda wird nötig. Die Kabeltrasse verläuft komplett unterirdisch, quert aber die Autobahn, die Eisenbahnstrecke und die Werra – das macht Bohrungen nötig.

Wann sollen die Windkraftanlagen nahe Herleshausen in Betrieb genommen werden?

Enertrag SE hat den Genehmigungsantrag im Dezember 2021 beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht. Mit einer Genehmigung seitens der Behörde wird nicht vor Winter 2023 gerechnet. Baubeginn könnte im Herbst 2024 sein; in Betrieb genommen werden könnten die Windkraftanlagen schließlich im Herbst 2025.

Wie profitiert die Gemeinde Herleshausen von dem Windpark?

Möglich ist eine jährliche Zahlung an die Gemeinde – und zwar 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde. Geschätzt wären das rund 100 000 Euro pro Jahr.

(Emily Hartmann)

Im Süden des Windparks liegt in einem gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 1000 Metern Herleshausen.
Im Süden des Windparks liegt in einem gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 1000 Metern Herleshausen.  © Alexandra Schuler

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