Nur begrenzt durchzuhalten

Geschlossene Fitnessstudios setzen Betreibern zu

Blick in ein Fitnessstudio
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Blick in ein Fitnessstudio: Noch immer ist nicht abzusehen, wann die Betreiber ihre Studios wieder öffnen dürfen.

An Training im Fitnessstudio ist noch immer nicht zu denken. Das setzt vielen Betreibern zu.

Werra-Meißner –Neben dem finanziellen führen einige vor allem den gesundheitlichen Aspekt als wichtigen Grund für eine baldige Öffnung an. Die Fitness- und Gesundheitsbranche leiste einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit und „sollte als Teil der Lösung berücksichtigt werden.

“ Das fordert der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV).

Dass Sport für die Gesundheit wichtig ist, findet auch Peter Dimmer, Inhaber von Family Fitness in Witzenhausen. Die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern habe in der Pandemie-Situation aber Vorrang. Deshalb vertraue er auf die Einschätzung der Experten. Dimmer kann zwar medizinisch notwendigen Reha-Sport anbieten, jedoch seien die Zahlen auch dort zurückgegangen. „Man ist da schwer am Kämpfen“, sagt der Studioinhaber. Um Kosten zu decken, musste er bereits auf private Rücklagen zurückgreifen. „Man beißt sich so durch“, sagt Dimmer, „aber ich gehe davon aus, dass wir es schaffen werden.“

Für Markus Degenhardt, Inhaber von Körperwelt in Witzenhausen, ist auch wichtig, dass seine Mitarbeiter versorgt sind. „Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich die Physiotherapie integriert habe.“ So habe er seine Mitarbeiter auch ohne Kurzarbeit halten können. Über die Unterstützung der Kunden ist er froh: „Da kann ich mich nur von Herzen bedanken.“

„Durch die Physiotherapie haben wir immerhin zu tun“, sagt auch Jan Giller, der daneben das Studio Bewegungsfreiheit in Eschwege betreibt. Mit diesem macht er jedoch seit November keinen Umsatz. Zwischenzeitlich habe er sogar überlegt, das Studio abzustoßen. „Das kann man nur begrenzt durchhalten.“ Unterstützung habe er in dieser Zeit von seinen Vermietern, den Eschweger Stadtwerken, erhalten. Der Studiobetreiber hofft nun, dass mit einer risikoarmen Öffnungsstrategie der Sport in den Fitnessstudios im Frühjahr wieder möglich wird. „Man muss sich bewusst sein, dass man Verantwortung hat“, sagt Giller. Außerdem sei Bewegung wichtig für die Gesundheit.

Alternative Konzepte 

In Niedersachsen haben einige Betreiber Anträge gestellt, um ihre Studios an Einzelpersonen, einen Hausstand, gegebenenfalls zusätzlich einer weiteren Person, unterzuvermieten. Die Verwaltungsgerichte Hannover und Göttingen stimmten zu. Auch die Fitnessstudiokette McFit hat mit sogenannten Outdoor Gyms (Trainingsmöglichkeiten in im Außenbereich aufgestellten Zelten) an einer Alternative gearbeitet. Diese musste McFit jedoch wieder schließen.

(Sarah Schnieder)

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