Trio begeistert mit Jahresausklang in Liebfrauenkirche

Oboe bleibt heil

Stimmungsvoller Jahresausklang: Bezirkskantor Christopher Weik (links), Trompeter Bernd-Uwe Rams und Sophie Weste gaben in der in warmes Licht getauchten Liebfrauenkirche in Witzenhausen noch kurz vor dem Jahreswechsel ein Silvesterkonzert. Foto: Frieder Brack

Witzenhausen. Gibt es einen stimmungsvolleren Jahresausklang als das Silvesterkonzert in der Liebfrauenkirche? Die volle Kirche bewies, dass viele Witzenhäuser und Gäste diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten. Sie wurden nicht enttäuscht.

Zum vierten Mal hatten Bezirkskantor Christopher Weik und Trompeter Bernd-Uwe Rams eingeladen. Gemeinsam mit Sophie Weste am Saxophon spielten sie Werke aus fünf Jahrhunderten. Etliche der gebotenen Kompositionen waren diesmal Arrangements, verriet Weik in seiner mit kleinen Anekdoten zu Komponisten und ihren Werken bespickten Moderation. Dadurch wurden Stücke für das inzwischen auch schon bald 200 Jahre alte Saxophon adaptiert.

Mit der Toccata D-Dur von Giambattista Martini eröffneten Orgel und Trompete mit festlich-feierlichen Klängen das einstündige Konzert.

Einen ersten Eindruck vom Zusammenspiel als Trio gaben sie mit dem Allegro aus Georg Phillip Telemanns Kantate zum Sonntag nach Weihnachten „Was gleicht dem Adel wahrer Christen“, deren Vivace das Konzert beschloss.

Dazwischen bildeten Werke von Ennio Morricone, George Gershwin, Guiseppe Torelli, Barry Cockcroft, Georg Friedrich Händel sowie Pedro Iturralde ein abwechslungsreiches Programm aus traditioneller und zeitgenössischer Musik.

Gershwins „Three Preludes“ ließ keinen Zweifel daran, dass nicht nur der Saxophonistin Höchstleistungen abverlangt wurden, sondern auch Christopher Weik am Klavier, dessen Finger behände Tonleitern auf und ab wanderten, über die Tastatur sprangen oder das klagende Saxophon mit einem kräftigen Grundrhythmus untermalten.

Einen ersten Spontanbeifall verdiente sich Sophie Weste mit ihrem Solo „Black and Blue“ von Barry Cockcroft. Es dürfte wohl kein Ton in diesem Instrument stecken, der bei diesem Stück nicht zu Gehör gebracht wurde, rhythmisches Fingerschnipsen und Trommeln auf dem Instrument inklusive.

Kurzum: ein sehr gelungener Abend mit vertrauten Klängen, wie Händels Suite D-Dur aus der „Wassermusik“, in der Bernd-Uwe Rams seine Fingerfertigkeit mit flinken, klaren Tönen einmal mehr unter Beweis stellte, und Neuentdeckungen wie Iturraldes „Pequeña Czarda“, einem schneller werdenden ungarischen Tanz. Wie gut, dass Sophie Westes Instrument nach Morricones „Gabriels Oboe“ aus „The Mission“ anders als im Film nach diesem Stück nicht zerbrochen wurde.

Das Publikum dankte mit donnerndem Applaus im Stehen und entlockte dem Trio als Zugabe Gioachino Rossinis „Katzenduett“.

Von Claudia Krabbes

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