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Öl und Mehl rationiert: In Supermärkten der Region kommt es vereinzelt zu Engpässen

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Von: Tobias Stück

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Normales Bild derzeit: In den Supermärkten der Region sind einzelne Artikel wie Mehl und Speiseöl schnell vergriffen und werden rationalisiert.
Normales Bild derzeit: In den Supermärkten der Region sind einzelne Artikel wie Mehl und Speiseöl schnell vergriffen und werden rationalisiert. © Reiner Neumann

Lücken in den Regalen, begrenzte Ausgabe von Lebensmitteln: In Supermärkten der Region wiederholt sich gerade, was man zu Pandemiebeginn im ersten Lockdown 2020 schonmal erlebt hat.

Eschwege – Durch Hamsterkäufe der Verbraucher kommt es zu Lieferschwierigkeiten in den Supermärkten. Besonders rar im Moment: Mehl, Speiseöl und natürlich Toilettenpapier.

Im Edeka-Markt von Björn Zeuch in Eschwege werden die Kunden darauf hingewiesen, dass sie derzeit nur zwei Einheiten von Mehr, Zucker, Nudeln, Reis, Toilettenpapier, Taschentücher, Speiseölen, Aufbackwaren, Zwieback, Knäckebrot oder Milch einkaufen dürfen. Der Grund für nicht nachkommende Ware liegt hauptsächlich im Verbraucherverhalten und der der Logistik, erklärt Zeuch. Hohe Dieselpreise und ein fehlender Warenfluss aus Osteuropa seien derzeit ein Problem. Dazu kämen viele humanitäre Einkäufe durch die Spendenaufrufe und die Angst vieler Verbraucher, dass durch den Krieg in der Ukraine die Versorgung zusammenbrechen könnte.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels appelliert indes an die Deutschen, Hamsterkäufe aus Sorge über den Ukraine-Krieg zu unterlassen. Wie bereits zu Beginn der Corona-krise, als übermäßiges Einkaufen auf Vorrat die Lieferketten unter Druck setzte, sollten sich die Kunden solidarisch verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einkaufen, sagte Verbandssprecher Christian Böttcher. „Auf diese Größenordnung sind die Produktionsmengen und die Lieferlogistik der gesamten Lebensmittelkette ausgerichtet“, so Böttcher mit Blick auf Meldungen über Engpässe bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Sonnenblumenöl und Mehl. Soll heißen: Wenn keiner zu viel kauft, sollte es für alle reichen.

Auch Alexander Salzmann vom Edeka-Markt in Sontra appelliert an die Kunden, kritische Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. Mehl und Öl werden derzeit nur einzeln verkauft, damit jeder etwas bekommt. Wann wieder Normalität einsetzt, könne man momentan nicht abschätzen, sagt Salzmann. Er bestellt ganz normal. Die nächste Lieferung kommt am Montag.

Dass die Lieferschwierigkeiten schon eine direkte Auswirkung des Ukraine-Krieges seien, ist indes unwahrscheinlich. Für „signifikante Lieferschwierigkeiten für den Endverbraucher“ sei es „noch viel zu früh“, sagt Antonin Finkelnburg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Wo auch immer die Gründe für die aktuelle Produktknappheit liegen: Leidtragende sind die Mitarbeiter an den Kassen. „Dass wir zurzeit rationieren müssen stößt beim Bezahlen – vorsichtig formuliert – oft auf Unverständnis“, sagt Björn Zeuch. „Wir können aber nichts dafür. Wir müssen nur reagieren, damit jeder etwas bekommt.“

Von Tobias Stück

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