Gemeinsam Regeln festlegen

Online-Talk gibt Eltern Tipps und Anregungen zum Smartphone für das Kind

Schon früh kommen Kinder heute in Kontakt mit Smartphones. Dabei sind klare Regeln und Aufklärung wichtig, sagen Experten des Mediennetzwerks Werra-Meißner.
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Schon früh kommen Kinder heute in Kontakt mit Smartphones. Dabei sind klare Regeln und Aufklärung wichtig, sagen Experten des Mediennetzwerks Werra-Meißner.

Wenn das Kind ein erstes eigenes Smartphone bekommt, gibt es einiges zu beachten. Bei einem Online-Elternabend von „Click smart“, dem Mediennetzwerk des Werra-Meißner-Kreises, haben Jugendschützer Armin Bahl und Dirk Rudolph vom Medienzentrum Werra-Meißner Eltern Tipps und Anregungen gegeben.

Eschwege - „Das Smartphone ist mehr als etwas, mit dem man telefonieren kann. Es ist mittlerweile ein Statussymbol und es herrscht auch ein gewisser Gruppendruck“, sagt Bahl.

Das Alter

Jedes Kind entwickele sich individuell, weshalb es keine klaren Regeln, sondern Empfehlungen für ein Einstiegsalter gibt. Ein komplett internetfähiges Smartphone sollte, beziehungsweise könnte bei Kindern ab zwölf Jahren angeschafft werden. Der Trend geht dahin, dass immer jüngere Kinder ein eigenes Handy besäßen. Die Reife sei jedoch wichtiger als das biologische Alter, sagt Bahl. Vertrauen in das Kind sei bei einem eigenen Smartphone ein wichtiger Faktor.

Die Modelle

Dirk Rudolph rät, dass man sich vor einem Kauf über die verschiedenen Modelle, die es mittlerweile gibt, informiert. Wenn es nur um die Erreichbarkeit der Kinder geht, wäre ein reines Tastenhandy eine Möglichkeit. Hierbei gibt es auch aktuelle Modelle. Eine Anregung zum Nachdenken: Wenn das Smartphone unter dem Weihnachtsbaum liegt, dann könnte das Kind denken: Das ist mein Smartphone, das habt ihr mir geschenkt, dann kann ich damit machen, was ich will. Was anderes sei es, wenn man sage: „Ich gebe dir ein Handy, das bleibt weiterhin meins, ich stelle dir das aber zur Verfügung. Du kannst es benutzen und wir reden gemeinsam über die Nutzung“, so Rudolph. Als weiteren Tipp gibt er mit, dass man den Kindern auch ein abgelegtes Smartphone ohne SIM-Karte zum Trainieren geben könne.

Die Tarife

Bevor ein Smartphone angeschafft wird, sollte nach geeigneten Tarifen geschaut werden. Je nach Nutzungsvorhaben gibt es verschiedene Verträge mit geringem Datenvolumen oder Prepaidkarten.

Die Einstellungen

Wenn die Kinder im Internet etwas suchen möchten, kann im Vorhinein die Startseite des Browsers geändert und somit eine Kindersuchmaschine genutzt werden. Wenn die Kinder Apps runterladen möchten, sollte geschaut werden, was die App für einen Nutzen hat und ab wie viel Jahren sie erlaubt ist. Auch bei den Apps gibt es Altersbeschränkungen. Die Bildschirmzeiten der Handys können eingeschränkt werden. Des Weiteren kann man beim Provider eine Drittanbietersperre einstellen, damit die Telefonrechnung nicht belastet werden kann.

Die Regeln

Für gemeinsame Regeln zwischen Kindern und Eltern gibt es den Mediennutzungsvertrag, der von beiden Parteien eingehalten werden sollte. Der kann unter mediennutzungsvertrag.de abgerufen und individuell erstellt werden.

Regeln können beispielsweise sein, dass bei den Mahlzeiten das Handy zur Seite gelegt wird, dass das Handy zu einer bestimmten Uhrzeit in eine Handygarage kommt oder man nachfragen muss, wenn man sich eine App runterladen möchte.

Klassenchats

Auch in Klassenchats der Kinder sollten Regeln aufgestellt werden, sagen die Experten. Klicksafe hat dazu eine Unterrichtseinheit erstellt, bei denen die Lehrer, gemeinsam mit den Schülern, Regeln und den Umgang mit einer Klassengruppe erarbeiten.

Termin: Am Donnerstag, 9. Dezember, um 20 Uhr wird es einen weiteren Online-Elterntalk geben. Es wird über das Thema Hate-Speech und Cyber-Mobbing gesprochen. Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung unter https://t1p.de/OET1 (Patrizia John)

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