Konsument und Kaufverhalten

Onlineseminar: Zukunft der Nutztierhaltung – Kennzeichnung von Tierprodukten

Onlineseminar: Zukunft der Nutztierhaltung – Kennzeichnung von Tierprodukten
+
Onlineseminar zur Zukunft der Nutztierhaltung.

Wie kann die Nutztierhaltung neu geregelt werden? Bestimmt der Konsument dies durch sein Verhalten? In einem Onlineseminar ging es auch um dieses Thema.

Werra-Meißner – Nicht allein die Verbrauchernachfrage kann den Tierschutz in der Nutztierhaltung regeln. „Was der Konsument fordert, setzt er nicht unbedingt in Kaufverhalten um“, erklärte Prof. Dr. Ute Knierim, Leiterin des Fachbereichs Nutztierethologie und Tierhaltung am Universitätsstandort Witzenhausen.

Rund 60 Teilnehmer informieren sich auf Einladung des Landtagsabgeordneten und Sprechers für Landwirtschaft, Tierschutz und Jagd der Grünen im Landtag, Hans-Jürgen Müller, in einem Onlineseminar über die Zukunft der Nutztierhaltung.

Lena Jacobi, die die Veranstaltung moderierte, begrüßte neben Müller den Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Uwe Roth, und Tim Treis, Sprecher der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen. Knierim, die auch der Borchert-Kommission angehört, ging zu Beginn auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und das 2015 vom wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik des BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) veröffentlichte Gutachten ein.

Dass die Frage der Nutztierhaltung komplex ist, weil viele Themen dabei eine wichtige Rolle spielen, erklärte sie mit Blick auf das Gutachten, das alle Aspekte von Bedeutung behandele, wobei sich jedoch herausgestellt habe, dass der Tierschutzbereich besonders bearbeitungsbedürftig sei.

Sie berichtete zudem von der Arbeit der Borchert-Kommission und stellte die 2020 in einer Empfehlung dieser vorgestellten drei Tierwohlstufen oberhalb rechtlicher Mindeststandards vor.

Dass die dritte Stufe dabei konventionelle und Bio-Landwirtschaft nicht unterscheide, kritisierte Treis auch mit Blick auf die unterschiedlich hohen Produktionskosten und für die Bio-Landwirtschaft relevante Gesichtspunkte außerhalb des Bereichs Tierwohl.

Knierim erklärte unter anderem die Möglichkeit, durch eine Tierwohlprämie dafür zu sorgen, dass Landwirte, die hierbei teurer produzieren, das jeweilige Produkt zum selben Preis wie andere anbieten können. Experten und Teilnehmer diskutierten Möglichkeiten zur Kennzeichnung von tierischen Produkten und die Frage nach Steuerungsmöglichkeiten beim Import dieser.

„Der Verbraucher ist mit der Kennzeichnung überfordert“, erklärte Uwe Roth und plädierte dafür, den Inhalt jedes Produkts verständlich auf der Verpackung zu deklarieren. Zur Frage nach der Aufgabe der Politik beim Tierwohl sagte Müller: „Die Rolle der Politik muss vor allem sein, den Rahmen zu setzen.“ Jacobi dankte allen Teilnehmern für die rege Diskussion, in der auch zahlreiche weitere Aspekte beleuchtet worden waren.

Von Eden Sophie Rimbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.