Passionszeit: Kirchengemeinden aus Bad Sooden-Allendorf bieten wieder Glaubensübungen an

Organisierte Fluchten aus Alltag

Momente der Besinnung: „Angenommen“ ist das Motto der Exerzitien zur Fastenzeit, die Pfarrer Thomas Schanze begleitet. Foto: fst

Bad Sooden-Allendorf. Menschen im Alltag eine Pause zur Besinnung zu verschaffen – das hat sich die evangelische St. Crucis-Gemeinde aus Allendorf vorgenommen. Pfarrer Thomas Schanze bietet daher während der Passionszeit zum dritten Mal ein Programm mit ökumenischen Glaubensübungen, so genannten Alltagsexerzitien, an.

Dabei sollen die Teilnehmer sich fünf Wochen lang an jedem Werktag 30 Minuten Zeit nehmen und sich mit einem Bibelvers, einem Bild oder Denkanstößen aus dem Exerzitienbuch beschäftigen. Ob als Meditation oder bloßes Nachdenken, die Übungen geben den Teilnehmern die Gelegenheit, anders in den Tag zu starten oder ihn zu beschließen, sagt Schanze. Jede Woche gibt es ein besonderes Motto, alle stehen unter dem Oberthema „Angenommen“.

Auch wenn man mit einzelnen Übungen nichts anfangen könne, rät Schanze zum Durchhalten. „Die Wirkung kommt“, verspricht er. Man müsse sich auf die Übungen einlassen, die Dauer von 30 Minuten sei nötig, um aus dem Alltag „runterzukommen.“ Die Idee, den Glauben so gewissermaßen üben zu können, ist eigentlich eine katholische Tradition. Zuletzt hätten aber auch die Protestanten erkannt, dass man über Glaubensübungen einen Raum für Besinnung schaffen kann. „Wichtig ist nur, dass die Übung kein hohles Ritual wird“, sagt Schanze.

Seit etwa zehn Jahren beobachtet der Pfarrer ein wachsendes Interesse vieler Menschen an Spiritualität. Auszeiten in Klöstern und Pilgertouren seien sehr beliebt. In einer Zeit mit einem allgegenwärtigen Optimierungsdruck in Wirtschaft und Gesellschaft wünschten sich viele eine Auszeit. „Ich denke, da ist etwas verloren gegangen“, sagt Schanze. „Aber viele Menschen haben langsam verstanden, dass man auch auf sich und seine Seele achten muss.“

Doch sich an jedem Tag 30 Minuten für die Exerzitien freischaufeln zu müssen – das schreckt viele ab. Die Teilnehmerzahl in den vergangenen Jahren lag zwischen acht und zwölf. Um das Durchhalten zu erleichtern, gibt es wöchentliche Gespräche, in denen man sich in der Gruppe über seine Erfahrungen austauschen kann. „Die Teilnahme ist aber kein Muss“, betont Schanze, der bei Bedarf auch Gruppen von mindestens fünf Teilnehmern in Witzenhausen betreuen würde. Für alle anderen gibt es auch ein betreutes Angebot im Internet: www.oekumenische-alltagsexerzitien.de (fst) Service

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