Verkehrsministerium gibt 76 600 Euro

Mehr Orte verbinden: Radwegekonzept soll Alltagsverkehr verbessern

Das vom Kreisausschuss erarbeitete Radverkehrskonzept sieht vor, dass möglichst alle Ortschaften, vorrangig mit mehr als 500 Einwohnern bzw. zehn Kilometer Luftlinien-Entfernung, miteinander verbunden werden.
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Das vom Kreisausschuss erarbeitete Radverkehrskonzept sieht vor, dass möglichst alle Ortschaften, vorrangig mit mehr als 500 Einwohnern bzw. zehn Kilometer Luftlinien-Entfernung, miteinander verbunden werden.

Mit 76 600 Euro unterstützt das Land Hessen den Werra-Meißner-Kreis bei der Erstellung eines Radverkehrskonzeptes. Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf 97 000 Euro.

Werra-Meißner - Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir jetzt in Wiesbaden mit. Das vom Kreisausschuss in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark entwickelte Radverkehrskonzept soll primär für den Alltagsradverkehr entwickelt werden.

Dazu sollen möglichst alle Ortschaften, vorrangig mit mehr als 500 Einwohnern bzw. zehn Kilometer Luftlinien-Entfernung, miteinander verbunden werden. Außerdem sollen nachhaltige Ansätze zur kombinierten Nutzung von Rad und Schiene berücksichtigt und entwickelt werden. „Die Konzepterarbeitung erfolgt unter einer intensiven Bürgerbeteiligung in den einzelnen Ortschaften, mithilfe von Bürgerversammlungen sowie Mobilitätsbefragungen“, heißt es vonseiten des Ministeriums.

Der Geo-Naturpark solle zentrale Anlaufstelle für die Koordinierung sein. „Sie kennen sich am besten aus“, sagt Landrat Stefan Reuß für den Kreisausschuss. Auch die Förderung durch Landesmittel soll dem Geo-Naturpark zugutekommen. Sie seien die Experten, die das Geld sinnvoll einsetzen könnten. Ihre Aufgabe sei dann die Entwicklung. Nach der erfolgreichen Vermarktung der Wanderwege kümmert sich der Geo-Naturpark derzeit schon darum, Kanustrecken und Radwege für Touristen aufzubereiten.

Dafür haben sie eigene Themen-Radwege aus der Taufe gehoben und beschildert, wie Diethard Lindner vom Geo-Naturpark jüngst erklärte.

Aber auch die Infrastruktur drumherum müsse verbessert werden. Reuß denkt dabei an die Anbindung an Bus und Bahn, Lademöglichkeiten für E-Bikes, Abstellplätze sowie Gastronomie zum Einkehren und Übernachten. In den Kreistag eingebracht hatte die SPD-Fraktion den Vorstoß. Um die Verbesserung des Radwegenetzes zu erreichen, verfolgt die SPD zwei Ziele: Zum einen sollte das regionale mit dem lokalen Radverkehrsnetz verzahnt werden.

Die Einbindung in das regionale Radverkehrskonzept und die Anbindung an das ÖPNV-Netz stünden im Fokus. Zum anderen müssten abseits des Tourismus vor Ort Lücken geschlossen werden. Die SPD denkt dabei an eine direkte Verbindung zwischen Reichensachsen und Eschwege oder den Anschluss des Meißnervorlands an die Kreisstadt.

„Wir freuen uns, dass wir mit unserem Konzept auf offene Ohren beim Land gestoßen sind“, sagt Fraktionsvorsitzende Karina Fissmann. Kollege Thomas Eckhardt sieht in „bedarfsgerechten Radverbindungen“ einen Anreiz zum Umstieg vom Auto auf das Rad. „Der fällt leichter, wenn kurze und schnelle Wege zur Arbeit oder zum Einkauf vorhanden sind.“ Gleiches gelte für Schülerinnen und Schüler, die mit dem passenden Weg zur Schule von Bus, Bahn oder Auto eher auf das Rad umsteigen.

Die Zuwendung für das Radwegekonzept des Kreises ist durch die „Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der Nahmobilität“ zustande gekommen, die seit 2017 gilt. Nach dieser können neben investiven Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Fahrradverkehrs auch entsprechende Planungen, Konzepte und sogar Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit Zuschüsse erhalten. (Tobias Stück)

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