Ostergeschäft wird ausgebremst

Gastronomen vom Verlängerung des Lockdowns nicht überrascht – Reiseanfragen steigen leicht

Auch wenn das Restaurant der Jausenstation von Matthias Pflüger noch geschlossen hat, kann man Gerichte bestellen und im Hofladen abholen. Dort gibt es auch viele Fertiggerichte. (Archivfoto)
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Auch wenn das Restaurant der Jausenstation von Matthias Pflüger noch geschlossen hat, kann man Gerichte bestellen und im Hofladen abholen. Dort gibt es auch viele Fertiggerichte. (Archivfoto)

Die Bundesregierung und die Länder haben am Montag beschlossen, den Lockdown zu verlängern und auch an den Osterfeiertagen keine Ausnahmen zu gewähren.

Werra-Meißner ‒ Wir haben bei einigen betroffenen Branchen im Landkreis nachgefragt.

 Reisen

Reisen nach Ägypten und Mallorca sollen in den Osterferien möglich sein, touristische Übernachtungen in Deutschland sind weiter verboten. Dennoch bleibt der Sturm auf die Reisebüros aus: „Wir haben nur wenige Anfragen, den meisten Kunden ist die Situation einfach zu unsicher“, sagt Silvia Vogel vom Reisebüro Vogel in Eschwege. Ähnlich geht es Nergiz Fleckenstein vom Reisebüro HeLi in Hessisch Lichtenau: „Die Anfragen sind zwar grundsätzlich etwas gestiegen, aber eher für die Sommer- und Herbstferien.“

Auch bei Wolfgang Punzet vom Soodener Reisebüro gibt es keinen großen Ansturm. Er berichtet aber von einem Unterschied zwischen Stadt und Land, wie er aus Gesprächen mit Kollegen andernorts weiß. „In der Stadt sind die Menschen eher mürbe. Die Leute auf dem Land warten erst mal ab.“ Anders sieht es bei Peter Voßbeck vom Reisebüro Schmauch in Witzenhausen aus: „Wir haben für Mallorca schon einige Buchungen.“ Ob alles wie geplant umsetzbar sein wird, müsse man aber abwarten.

Gastronomie

Dass sie zu Ostern wieder öffnen können, diese Hoffnung hatte Matthias Pflüger schon aufgegeben. Er betreibt das Restaurant Jausenstation im Großalmeröder Ortsteil Weißenbach. „Anfang des Jahres dachten wir noch, dass wir Ostern wieder öffnen können. Aber mit den Meldungen in der letzten Zeit war absehbar, dass das nichts wird.“ Er befürchtet eher, dass sie erst Ende Mai wieder öffnen dürfen. Zudem rechnet er damit, dass es mit der Öffnung weiter Beschränkungen geben wird und es sich erst zum Ende des Jahres hin wieder normalisieren wird.

Besonders hart trifft das Unternehmen, dass sie keine Corona-Hilfen bekommen. „Durch unseren Hofladen gelten wir als Mischbetrieb, deswegen fallen sämtliche Beihilfen für uns weg“, sagt Pflüger. Der Hofladen und der damit verbundene Onlinebetrieb sind nun umso wichtiger. Zudem kann man Speisen aus dem Restaurant bestellen und im Hofladen dann abholen.

Die Ruhezeit zu Ostern wird auch die Jausenstation betreffen. „Da wir Lebensmittel verkaufen, können wir am Samstag öffnen, aber am Gründonnerstag werden wir nicht aufmachen dürfen.“

Auch für Ines Schindler vom Café Schindler mit Genuss in Hessisch Lichtenau war es absehbar, dass sie Ostern noch nicht wieder öffnen dürfen. Sie bietet aktuell keine Gerichte zum Abholen oder Liefern an, da sie dafür keine Küche haben.

Vom Planen lässt sich Ines Schindler dennoch nicht abhalten. „Wir arbeiten gerade an unserem Eventkalender, denn wir wollen in diesem Jahr viele Konzerte, Lesungen und auch Talkshows anbieten“, sagt Schindler. Zudem soll es weiterhin die Liedertour geben, Wein- und Gin-Tastings sind in Planung und freitags soll weiterhin ein spanischer Abend stattfinden. Für dieses Konzept will das Café sich auch umbenennen zum Kulturbistro. Auf die Veranstaltungen setzt Schindler, weil diese für sie draußen realisierbar sind, und sie damit rechnet, dass die Gäste, wenn es wieder möglich ist, lieber draußen sitzen möchten. Das erste Konzert ist bereits für Donnerstag, 22. April, geplant.

„Die Coronahilfen kommen bei uns an“, sagt Schindler. Allerdings hätten sie die Schwierigkeit, dass sie das Haus finanziert hätten und die Hilfen lediglich Pacht und Miete abdecken würden. (Sarah Schnieder/Wiebke Huck/Evelyn Ludolph)

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