1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Lenze und Kanzow nominiert

Erstellt:

Von: Nicole Demmer

Kommentare

Auf dem Weg ins Landratsschloss: Sozialdemokrat Friedel Lenze (links) soll Erster Kreisbeigeordneter werden, Christdemokrat Dr. Philipp Kanzow Kreisbeigeordneter.
Auf dem Weg ins Landratsschloss: Sozialdemokrat Friedel Lenze (links) soll Erster Kreisbeigeordneter werden, Christdemokrat Dr. Philipp Kanzow Kreisbeigeordneter. © Nicole Demmer

Die SPD schickt Friedel Lenze ins Rennen um das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten, für die CDU soll Dr. Philipp Kanzow den Posten des Beigeordneten übernehmen.

Werra-Meißner – Ein großes Geheimnis war es nicht mehr, als die Vertreter von SPD und CDU am Montagnachmittag die Kandidaten für die Stellen als Erster Kreisbeigeordneter (EKB) und Kreisbeigeordneter (KB) vorstellten. Den Posten als EKB soll für die Sozialdemokraten Berkatals Bürgermeister und Kreistagsvorsitzender Friedel Lenze besetzen, für die neu zu schaffende Stelle als KB stellt die CDU Dr. Philipp Kanzow.

„Wir schicken die fähigsten Leute für diese Positionen ins Rennen“, sagte SPD-Unterbezirkschef Knut John. CDU-Kreisvorsitzender Stefan Schneider betonte, mit dem promovierten Juristen Kanzow und Diplom-Verwaltungswirt Lenze stellten sich hinsichtlich ihrer Ausbildung zwei Generalisten zur Wahl, die sich in jeden Bereich einarbeiten könnten.

Gleichzeitig mit den Posten als Beigeordnete sollen Lenze und Kanzow sich um eine Fachbereichsleitung kümmern. Aktuell sind hier die Stellen für Bauen und Umwelt sowie für Soziales und Senioren ausgeschrieben. Ob diese beiden Stellen oder andere Bereiche übernommen werden, so Lenze, liege nun in der Entscheidung von Landrätin Nicole Rathgeber (Freie Wähler). „Wir wollen nicht in die Organisationshoheit der Landrätin eingreifen“, ergänzte SPD-Fraktionschef Thomas Eckhardt. Uwe Brückmann, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, erklärte: „Uns ist wichtig, dass die Kostenbelastungen durch den dritten Hauptamtlichen durch die Landrätin eingespart werden.“

Während der Kreistagssitzung am 1. März soll Friedel Lenze zum Ersten Kreisbeigeordneten gewählt werden. Neben der Wahl des Sozialdemokraten sollen durch die Änderung der Hauptsatzung die rechtlichen Voraussetzungen für einen zweiten hauptamtlichen Beigeordneten geschaffen werden. Nach aktuellem Stand soll die Wahl von Dr. Philipp Kanzow zum Kreisbeigeordneten dann im Juni erfolgen.

Landrätin Nicole Rathgeber gibt auf Nachfrage kein Statement zu Friedel Lenze und Dr. Philipp Kanzow ab. Begründung: Die Personalien würden aktuell im politischen Raum diskutiert. „Derzeit befasst sich der Wahlvorbereitungsausschuss mit der Besetzung der Stelle des EKB. Die Sitzungen sind nicht öffentlich und die dort besprochenen Themen vertraulich zu behandeln.“

Mit Lenzes Wechsel ins Landgrafenschloss muss in diesem Jahr in Berkatal ein neuer Bürgermeister gewählt werden.

Nach ihrem Kandidaten für das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten habe die SPD mit Friedel Lenze nicht lange suchen müssen, sagte bei der Vorstellung SPD-Unterbezirksvorsitzender Knut John. Lenze erklärte, er habe überlegen müssen, ob er das Amt übernehmen wolle. Er könne nicht das gleiche umsetzen wie als Landrat, viele Themen stünden jedoch im Koalitionsvertrag mit der CDU. Er glaube, dass es ihm am Anfang schwerfalle, von der ersten in die zweite Reihe zu treten, aber „ich sehe es als neue Herausforderung“.

CDU-Kreisvorsitzender Stefan Schneider betonte, die CDU sei froh, dass Philipp Kanzow sich nicht nur als Bewerber für das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten (EKB) zur Verfügung gestellt hätte – bei der ersten Wahl im September 2022 errang er in drei Wahlgängen jeweils eine Patt-Situation gegen den Grünen-Kandidaten Holger Pflüger-Grone (wir berichteten) –, sondern dass er auch als Kreisbeigeordneter (KB) zur Verfügung stünde. „Das macht für mich keinen Unterschied“, so Kanzow. Sowohl als EKB als auch als KB könne er sich für seine Heimat einbringen.

Die Parteimitglieder hat die CDU am vergangenen Mittwoch in einer Sitzung von Kreisvorstand, Fraktion sowie den Vorständen der Stadt- und Gemeindeverbänden informiert, so Schneider. Wie ein Teilnehmer berichtete, sei betont worden, dass die Christdemokraten sowohl den Koalitionsvertrag gut finden als auch die Tatsache, dass die CDU zum ersten Mal Verantwortung im Kreis übernehmen kann.

Den SPD-Mitgliedern wurde die Personalie Lenze am Montagabend vorgestellt. Dem Vernehmen nach gab es neben kritischen Nachfragen reichlich Zustimmung.

Landrätin Nicole Rathgeber sei über die Personalien informiert worden, sagte John. Thema sei auch gewesen, wie eine Neustrukturierung so sorgsam umgesetzt werden könne, dass es für den Bürger kostenfrei bleibt. Es werde weder ein neues Fahrzeug, noch einen zusätzlichen Fahrer oder ein Vorzimmer geben. Hier wolle man sich für den KB aus dem bestehenden Pool bedienen.

Auf die Frage, wie Mehrkosten kompensiert werden sollen, falls sich herausstellt, dass EKB und KB keine volle Fachbereichsleitung zusätzlich übernehmen können und daher Beförderungen oder Neueinstellung notwendig werden, erklärte Landrätin Rathgeber auf Nachfrage, hier seien zunächst „Lösungsansätze im politischen Raum zu suchen“. Die Höhe der zu leistenden Pensions- und Beihilferückstellungen, die ebenfalls für einen EKB – und nach der Wahl zusätzlich für einen KB – zu entrichten sind, richten sich unter anderem nach Alter und Dienstzeit des Gewählten. Daher sei hier noch keine Aussage möglich, erklärt Rathgeber. Welche Zuständigkeiten ein KB übernehmen werde, solle „zu gegebener Zeit“ erfolgen.

Mit Lenzes Wechsel in das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten geht der Kreistagsvorsitz nun, laut einer Vereinbarung der neuen Koalition, an die CDU. Wen die Christdemokraten für diesen Posten ausersehen, gaben sie am Montag noch nicht bekannt.

Grüne

Ob die Grünen einen eigenen Kandidaten zur Wahl des Ersten Kreisbeigeordneten ins Rennen schicken, stehe noch nicht fest, sagte Fraktionsvorsitzende Sigrid Erfurth auf Nachfrage. Kreisvorstand und Fraktion befänden sich hier noch in einem Prozess. Ebenso müsse geschaut werden, wie man sich zu einer möglichen Änderung der Hauptsatzung positioniere. (nde)

Auch interessant

Kommentare