Christen in Asien, Afrika und Europa

Partnergemeinden des Kirchenkreises Werra-Meißner leiden unter Corona

Agnes Jungheim hat aktuell viele Masken aus dem Kameruner Kirchenstoff genäht.
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Auch das erinnert an die Kirchenkreispartnerschaft: Agnes Jungheim hat aktuell viele Masken aus dem Kameruner Kirchenstoff genäht.

Während Deutschland vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie kommt, sieht es in den Partnergemeinden des Kirchenkreises Werra-Meißner ganz anders aus.

Werra-Meißner – Die langjährigen Beziehungen der evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Werra-Meißner mit europäischen, asiatischen und afrikanischen Gemeinden sollen weiter gepflegt werden. Dazu hat der durch die Fusion Anfang des Jahres neu entstandene Kirchenkreis jetzt einen eigenen Partnerschaftsausschuss mit drei Untergruppen eingerichtet, wie Dekanin Ulrike Laakmann mitteilt. Diese Partnerschaften gibt es, in jeder Gruppe sind weitere Interessierte willkommen. Die Lage bei den Freunden in Asien, Afrika und Europa ist derweil wegen der Corona-Pandemie äußerst angespannt.

Kamerun

Seit 1989 bestehen für den ehemaligen Kirchenkreis Witzenhausen Kontakte zur Presbyterianischen Kirche im Kirchenkreis Meme North in Südwestkamerun. Begonnen hat die Partnerschaft damals durch Kontakte der Kliniken in Manyemen und Hessisch Lichtenau, so Laakmann. Der Partnerkirchenkreis liegt im englischsprachigen Landesteil und leidet seit drei Jahren sehr unter dem dortigen Bürgerkrieg: Viele Dörfer sind niedergebrannt. Der Kirchenkreis hat – auch über die Landessynode – mehrfach zu humanitärer Hilfe und dem Einsatz für Frieden und Versöhnung aufgerufen (HNA berichtete). Die Bekämpfung der Corona-Pandemie wird dadurch noch erschwert, der für den Herbst geplante Besuch Kameruner Gäste wurde abgesagt.

Kontakt: Pfarrer Christian Neie-Marwede (Neu-Eichenberg), Tel. 0 55 04/6 90. Das nächste Treffen des Kamerun-Ausschusses findet am Mittwoch, 16. September, ab 19 Uhr im Corvinus-Haus in Witzenhausen statt.

Indien

Seit fast 37 Jahren gibt es im Raum Eschwege eine Kirchenkreispartnerschaft mit dem Distrikt Bellary der Diözese Karnataka Nord der Kirche von Südindien. „Der durch die Corona-Krise verhängte landesweite Lockdown traf die Tagelöhner in der Landwirtschaft genauso wie die Arbeiter in der Schwerindustrie bei Bellary“, berichtet Laakmann. Es gebe weder Kurzarbeitergeld noch Arbeitslosenunterstützung, wer nichts verdiene, der hungere. Die Partnerkirche finanziere sich durch Mieteinnahmen aus Einkaufszentren. „Da die Regierung in Neu Delhi zu Beginn der Corona-Krise für drei Monate landesweit die Zahlungsverpflichtung für alle Mietverträge aufgehoben hatte, konnte die Diözese weder die Gehälter ihrer Mitarbeiter, noch die Kosten der Lebensmittel für die Ausgabe an die hungernde Bevölkerung bezahlen“, berichtet Laakmann. Die aktuellen Covid19-Infektionsraten sind mit Einsetzen der Regenzeit in die Höhe geschnellt, ein indischer Pfarrkollege sei gestorben.

Kontakt: Pfarrer Rolf Hocke (Waldkappel), Tel. 0 56 56/3 82.

Estland

Seit fast 20 Jahren pflegen Gläubige im Südkreis eine intensive Partnerschaft mit der Lutherischen Propstei Valga in Estland. Die ländlich geprägten Gemeinden werden allein durch die Spenden der Mitglieder finanziert. „Die Auswirkungen der Corona-Krise sind in Estland ähnlich wie hierzulande: Bedingt durch die Pandemie konnten fast drei Monate lang keine Gottesdienste gefeiert werden“, berichtet Laakmann. Die für Juni geplante Chorreise nach Estland wurde corona-bedingt verschoben.

Kontakt: Joachim Meister (Eschwege), Tel. 0 56 51/2 18 81

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