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Pflanzenwall am Ostufer des Werratalsees

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Von: Stefanie Salzmann

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Müffeln vor sich hin: Berge abgerissener und geschnittener Wasserpflanzen türmen sich am Ostufer des Werratalsees. Für viele Badefreudige eher ein abschreckender Anblick.
Müffeln vor sich hin: Berge abgerissener und geschnittener Wasserpflanzen türmen sich am Ostufer des Werratalsees. Für viele Badefreudige eher ein abschreckender Anblick. © STEFANIE SALZMANN

Am Ostufer des Werratalsees bei Schwebda liegen große Mengen an Wasserpflanzen, die der Wind an das Ufer treibt. Für viele potenzielle Badegäste ist das abschreckend.

Schwebda – Temperaturen um die 30 Grad, knallblauer Himmel, kein Lüftchen weht. Dennoch haben sich am Ostufer-Badestrand des Werratalsees bei Schwebda nur wenige Badegäste eingefunden. Manch badefreudige Familie kehrt beim Anblick der Uferlinie um, um sich ein anderes Badeplätzchen zu suchen. Andere nutzen nur die Liegewiese und verzichten aufs Baden.

Denn am Ufer türmten sich am Dienstag noch Berge angeschwemmter Wasserpflanzen, die in der prallen Sonne süßlich vor sich hinmüffeln. Einige Erwachsene haben die Hürde genommen und sind rausgeschwommen, ein kleiner Junge wühlt in den braunen Pflanzenfasern.

Rainer Klippert, der das Ostufer seit einigen Jahren von der Gemeinde Meinhard gepachtet hat, sagt, dass er und seine Leute jedes Jahr um die 65 Tonnen pflanzliches Schwemmgut vom Strand entfernen. „Das haben wir auch in der vergangenen Nacht getan“, so Klippert.

Auch Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill nimmt seinen Pächter in Schutz. „Das wird immer mehr und ist einfach nicht zu schaffen“, sagt er. „Er kann nicht tagesaktuell abfischen.“ Klippert lagere die Wasserpflanzen zwischen, wenn die trocknen würden sie zirka 60 Prozent ihres Volumens verlieren. Die Biogasanlagenbetreiber in Wanfried seien nach Informationen Brills nicht an dem Material interessiert.

Als Gründe, dass sich immer wieder Berge an abgerissenen und abgeschnittenen Wasserpflanzen an der östlichen Flanke des Werratalsees sammeln, nennt Brill zu einen den vorherrschenden Westwind, der das gesamte Treibgut aus Richtung Eschwege an das östliche Ufer bläst. Zum anderen die Mäharbeiten der Stadt Eschwege.

„Eschwege mäht, Meinhard erntet.“

Gerhold Brill Bürgermeister Meinhard

„Eschwege mäht, Meinhard erntet“ hat Brill vor einigen Tagen lakonisch in einem Post auf Facebook geschrieben.

Die Stadt Eschwege hat mit ihrem neuen Mähboot zuletzt Mitte Juni dieses Jahres an verschiedenen Punkten des Sees wie den Bootsanlegern, dem Süd- und Nordufer, der Marina sowie der potenziellen Fahrrinne der Werranixe hochgewachsenes Seegras geschnitten – wegen fehlender Kapazitäten vor dem Johannisfest, aber das Schnittgut nicht abgesammelt. Das soll aber nach dem Johannisfest nachgeholt werden.

Der nächste der beiden Jahresschnitte ist für den Herbst geplant. (Stefanie Salzmann)

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