Segelflieger aus ganz Deutschland starteten in diesem Winter in Witzenhausen

Piloten lieben das Werratal

Blick aus dem Cockpit: Ein Segelflugzeug von Piloten aus Sontra in einer Welle über dem Werratal in knapp 3000 Metern Höhe. Foto: privat/nh

Witzenhausen. Das Werratal von oben: Das wollen derzeit Segelfliegerpiloten aus ganz Deutschland erleben. Der Selgelflugplatz in Witzenhausen ist in diesem Winter eines der beliebtesten Ziele für Wellenflieger. Der Grund: Im Internet machten Piloten Werbung für die Region.

Bei Wellenflügen nutzen die Piloten die Lee Aufwinde, die auf der dem Wind abgewandten Seite von Bergen entstehen. Im Werratal bilden sich diese Aufwinde durch den Kaufunger Wald und den Meißner. „Bei Süd-Südwest-Wind steht die Welle genau über dem Werratal“, weiß Thomas Meder vom Luftsportverein (LSV) Witzenhausen.

Seinen Berichten über Wellenflüge im Internet ist es zu verdanken, dass auch andere Flieger das Werratal für sich entdecken. Auf www.schwerewelle.de, einem Online-Portal für Segelflieger, schrieb er von seinen Flüge über Witzenhausen. Gastpiloten aus Süddeutschland und Bremen testeten im Oktober dann das Gebiet und verbreiteten ihre Erfahrungen weiter über das Internet, Fachzeitschriften und Mundpropaganda – eine Kettenreaktion. „So viel Gäste hatten wir noch nie. Zwischen den Jahren waren es zehn Mann pro Tag“, sagt Meder. Angelockt wurden sie auch von den guten Wind- und Wetterbedingungen.

Das besondere an Wellenflügen ist die Höhe. Während die Piloten mit ihren Fliegern im Sommer in thermischen Aufwinden 1500 bis 2000 Meter Höhe erreichen, steigen Wellenflieger 3000 bis 5000 Meter in die Luft. „Das ist einfach überwältigend. In der Höhe kann man unendlich weit gucken“, sagt Meder.

Ab 3000 Metern brauchen die Piloten nicht nur eine Freigabe der Flugsicherung, sondern auch Sauerstoff. Denn die Luft so weit oben ist dünn. Besonders hoch schaffte es im Januar der Pilot Thomas Wiech aus dem Odenwald. Genau über Witzenhausen flog er in 5000 Metern Höhe. „Einer der höchsten Flüge in der Region“, weiß Meder. „Dabei hätte er sogar noch weiter steigen können, aber die Luftsicherung sagte nein: Zu viel Verkehr.“

Bei guten Bedingungen fliegen Piloten bis zum Hainich oder zum Thüringer Wald. Einmal gewendet, führen sie die Winde zurück nach Witzenhausen. Noch bis zum Frühjahr sind Wellenflüge möglich. Bis dahin hofft Meder, dass der Wind noch einige Male mitspielt. (vsz)

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