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Pipi-Problem ist in Wehretal bekannt

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Von: Theresa Lippe

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Ein braun-schwarzer Hund hebt das Bein an einem Sicherungskasten
Nicht alle Hunde haben so viel Natur vor der Haustür wie bei uns im Werra-Meißner-Kreis. Oft werden Laternenmasten – oder wie hier ein Stromkasten – zur Hundetoilette. Das hat teils verheerende Folgen. © Symbolfoto dpa/Bildfunk

In NRW wurden über 100 Alu-Laternenmasten durch Hunde-Urin beschädigt und müssen ausgetauscht werden. Gibt es im Werra-Meißner-Kreis ähnliche Probleme?

Werra-Meißner-Kreis – Den Luxus, wie im Werra-Meißner-Kreis Grünflächen und Waldwege mehr oder weniger vor der Haustür zu haben, hat nicht jeder Hundehalter. Da hebt der Hund auch gerne mal das Bein, um sich an einer Straßenlaterne zu erleichtern oder sein Revier zu markieren.

Im Kreis Viersen (Nordrhein-Westfalen) müssen deshalb nun über hundert Laternen-Masten ausgetauscht werden. Das Aluminium der Masten reagierte mit dem Urin der Hunde, Wasser und Salz. Das Ergebnis ist Korrosion, die die Masten so schwächt, dass sie nicht mehr standsicher sind und jeden Augenblick umfallen könnten. Aufgefallen waren die maroden Masten nach einem Sturm.

Korrosion: Laternenmasten aus Aluminium beschädigt

Doch wie sieht es im Werra-Meißner-Kreis aus – Sind auch hier die Masten von Laternen beschädigt und müssen vielleicht sogar ausgetauscht werden?

Aus dem Ringgau gibt’s Entwarnung. Bürgermeister Mario Hartmann sagt auf Anfrage, dass in der Corona-Zeit zwar mehr Hunde im Ringgau angemeldet wurden und eingezogen sind, jedoch seien die Masten dort nicht von Korrosion betroffen, da sie nicht aus Aluminium seien. „Hier gibt es zudem ausreichend Grünflächen für die Hunde“, sagt Hartmann.

In Wehretal hingegen ist das Problem bekannt. „Bei uns ist die Korrosion an einigen Laternenmasten an der Thüringer Straße optisch durchaus erkennbar“, sagt Bürgermeister Timo Friedrich.

Wehretal: Laternenmasten durch Hunde-Urin beschädigt

Gefahr, dass diese beim nächsten Sturm abknicken, bestünde aber nicht, dafür sei der Schaden zu gering. An neueren Laternen beispielsweise sei direkt eine Manschette angebracht, um eventuellen Pipi-Schäden vorzubeugen, sagt der Bürgermeister.

Wilhelm Gebhard vermeldet aus Wanfried, dass es bei den Standsicherheitsprüfungen der Laternenmasten in den vergangenen Jahren keine Auffälligkeiten gegeben habe. „In Wanfried und Stadtteilen wurden überwiegend feuerverzinkte Stahlrohrmaste verbaut.“

Die Empfindlichkeit gegenüber Hunde-Urin sei augenscheinlich bei Aluminiummasten stärker ausgeprägt als bei feuerverzinkten Stahlmasten. Allerdings verweist er auf die thüringische Nachbarstadt Treffurt.

Beschädigt: Hunde-Urin sorgt für Korrosion an Laternenmasten

Der technische Leiter des E-Werks Wanfried, Martin Rohmund, bestätigt, dass dort zwei Alu-Masten stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien, da sie häufig als Hunde-Toilette dienten.

In Viersen werden derweil die betroffenen Masten auf 1,30 Meter Höhe abgesägt und die Überreste mit Absperrband gesichert. Aufgrund von Lieferengpässen sei jedoch unklar, wann die Ersatzlaternen – diesmal aus Stahl – in Betrieb gehen könnten.

Von Theresa Lippe

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