Zehn von 1000 fledermausfreundlichen Häusern stehen im Kreis

Plakette und Urkunde für Fledermausschutz

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Fledermaus Großes Mausohr

Werra-Meißner. Gute Nachricht für Fledermaus-Freunde: Ihr lange bedrohter Bestand hat sich in den vergangenen Jahren regeneriert. Rund 18 verschiedene Fledermausarten tummeln sich mittlerweile im Werra-Meißner-Kreis.

Laut dem Ringgauer Revierförster Ekkehard Rogée hat sich die faszinierende Tierart vom „Ekel-Image“ erholt und genießt zunehmend mehr Aufmerksamkeit bei den Menschen. „Das ist auch gut so, denn in den 70er-Jahren hat sich der Bestand um bedrohliche 90 Prozent verringert. Die Tiere benötigen bis heute dringend Schutz von unserer Seite“, betont Ekkehard Rogée. Hessenweit wurden circa 1000 fledermausfreundliche Häuser mit einer Urkunde und einer Plakette ausgezeichnet. Im Werra-Meißner-Kreis haben zehn Häuser die Auszeichnung erhalten, weil sie in ihren Dachböden Große Mausohren beherbergen. Obwohl es sich um vergleichsweise wenige Häuser handelt, ist die Anzahl der Fledermäuse umso beeindruckender.

Insgesamt wurden 2016 im Kreis 4210 Tiere gezählt, die in den zehn ausgezeichneten Gebäuden ihren Unterschlupf gefunden haben. Im Vergleich zum Jahr 2005 hat sich der Bestand um knapp 600 Fledermäuse erhöht. Vom Naturschutzbund Hessen wurde daher vor über zehn Jahren das Fledermausprojekt ins Leben gerufen, bei dem interessierte Hausbesitzer Quartierkästen aufhängen oder ähnliche Renovierungen vornehmen, um die kleinen Untermieter artgerecht zu beherbergen.

Der Aufbau von Quartieren gestalte sich sehr unkompliziert. „Der verlorene Kot ist im Grunde das Einzige, was man von den Tieren mitbekommt“, hebt der Revierförster hervor und gibt zu bedenken: „Die Fledermaus sucht sich das Gebäude aus, der Mensch kann darauf nur reagieren. Man kann sich die Nachtschwärmer nicht als Haustiere anschaffen.“

Von Daria Neu

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