Terrazoo und Reptilien-Auffangstation

Platz für exotische Tiere in Sontra

Daniel Schultheis hält auf unserem Bild eine Königsnatter, die etwa 15 Jahre alt ist. Das Tier kann maximal 25 Jahre alt werden.
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Daniel Schultheis hält auf unserem Bild eine Königsnatter, die etwa 15 Jahre alt ist. Das Tier kann maximal 25 Jahre alt werden.

Für die Reptilien-Auffangstation und den Terrazoo in Sontra war es kein leichtes Jahr. Genau wie im vergangenen Jahr wirkte sich die Coronapandemie auch auf 2021 negativ aus.

Sontra – „Die 2G-Regelung hält die Menschen erst recht davon ab, unseren Zoo zu besuchen“, sagt Tierpfleger Peter Wischnewski. Eigentlich würden besonders in den Wintermonaten viele Besucher kommen. Mit der Pandemie aber waren Führungen, Kindergeburtstage und Schulungen kaum möglich (wir berichteten).

Dabei gibt es im Zoo einiges zu bestaunen: Dort leben unter anderem Schildkröten, Schlangen, Vogelspinnen, Kängurus und Leguane. Auch ein Alligator überwintert hier, sogar eine 4,30 Meter lange Königskobra genießt im Zoo ihren Aufenthalt.

Als Auffangstation nimmt die Einrichtung Giftschlangen, Gefahrtiere sowie Panzerechsen auf. Sie bietet eine Anlaufstelle für Tiere, die durch die Behörden in Hessen oder Thüringen sichergestellt wurden – zum Beispiel bei illegaler Haltung. Auch bei Begehungen sind die Pfleger oft dabei. So wird überprüft, ob die Haltungsbedingungen der Tiere stimmen. „Ansonsten müssen sie sichergestellt werden“, sagen Peter Wischnewski und Daniel Schultheis, der sich als Ehrenamtlicher für die Einrichtung engagiert.

Mit der Auffangstation Rheinberg, die Tiere aus Nordrhein-Westfalen aufnimmt, werden insgesamt zwischen 3000 bis 3500 Tiere im Jahr aufgenommen. Immer wieder komme es auch zu größeren Sicherstellungen: „Das sind dann manchmal 40 bis 50 Tiere auf einmal. Denn viele Menschen züchten und verdienen damit Geld“, sagt Wischnewski. Kurzfristig können in der Station bis zu 500 Tiere untergebracht werden.

Die aufgenommen Tiere werden beispielsweise an andere Zoos wieder vermittelt. Einige bleiben aber auch länger, manche für immer. „Invasive Arten dürfen nicht vermittelt werden. Sie verbringen dann schon mal ihren Lebensabend hier“, sagen Schultheis und Wischnewski. Als invasiv gelten laut dem Naturschutzbund Deutschland Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Ökosysteme, Lebensräume oder die Artenvielfalt beeinträchtigen.

Was Wischnewski und Schultheis immer wieder feststellen: Viele Menschen machen sich nicht ausreichend Gedanken darüber, was es bedeutet, wenn diese sich beispielsweise Reptilien anschaffen.

„Die Tiere kann man sich schon für wenig Geld kaufen. Häufig wird unterschätzt, wie groß zum Beispiel Schlangen noch werden können. Auch an die hohen Stromkosten für Terrarien wird oft nicht gedacht“, sagt Schultheis.

Der Zoo und die Auffangstation finanzieren sich über Eintrittsgelder und Spenden. Manche Reparaturen waren aufgrund der Pandemie und den finanziellen Einbußen daher gar nicht erst möglich. Und ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen wäre die Arbeit nicht zu schaffen, sagt Tierpfleger Peter Wischnewski. (Von Julia Stüber)

Infos zu Spenden und Öffnungszeiten: Tel. 0 56 53/ 9 17 75 90, terrazoo.de

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