Betroffen sind Personen aus dem Werra-Meißner-Kreis

Im Darknet entdeckt: Polizei stellt 550 persönliche Datensätze von Nordhessen sicher

Die Polizei in Eschwege ist in den Besitz von 550 Datensätzen von Personen aus dem Werra-Meißner-Kreis gelangt. Unbekannte haben die Daten im Darknet missbraucht - oder dies geplant.

Aktualisiert um 10.15 Uhr

Das teilte Pressesprecher Jörg Künstler am Dienstag mit. Ermittelt hat die Daten, die unter anderem aus Real-Namen, Anschriften, Geburtsdaten und Bankverbindungen mit IBAN-Nummern (ohne Kennwörter) bestehen, eine Privatperson, die selbst im Internet betrogen wurde und eigenständig im Internet beziehungsweise über das Darknet recherchiert hat.

Ob und inwiefern die persönlichen Daten schon missbraucht wurden, ist noch nicht abschließend bekannt. Die Polizei sichtet nach Künstlers Angaben derzeit die Daten und bereitet sie auf. Wegen datenschutzrechtlicher Bestimmungen bittet er ausdrücklich darum, von Telefonanfragen bei der jeweiligen Hausbank oder der Polizei Abstand zu nehmen. 

"Achten Sie ihrerseits aber auf verdächtige Kontobewegungen und seien sie sensibel im Umgang mit der Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten", sagt Künstler. Betroffene Personen und Bankkunden werden in den nächsten Tagen von der Polizei oder ihrer Hausbank schriftlich kontaktiert und erhalten auf diesem Wege weitere Informationen und Verhaltenshinweise.

Das bestätigen die beiden großen Banken im Kreis, die VR-Bank Werra-Meißner und die Sparkasse Werra-Meißner auf Anfrage. Sparkassensprecher Lutz Römer dazu: "Die Hinweise der Polizei sind gut und wichtig. Die betroffenen Kunden werden wir unmittelbar über den Sachverhalt informieren und weitere Hinweise geben."

Die wichtigsten Tipps zum Schutz vor Betrug im Internet

  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Online-Konten. 
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihr Bankkonto und melden Sie Ihrer Bank alle verdächtigen Aktivitäten. 
  • Nehmen Sie Online-Zahlungen nur auf sicheren Websites vor (überprüfen Sie den URL-Balken im Hinblick auf das Vorhängeschloss und https) und benutzen Sie sichere Verbindungen (wählen Sie ein mobiles Netz anstelle eines öffentlichen WLANs).
  • Ihre Bank wird Sie nie telefonisch oder per E-Mail nach sensiblen Daten, wie z. B. den Zugangsdaten zu Ihrem Online-Konto, fragen. 
  • Falls sich ein Angebot zu gut anhört, um wahr zu sein, handelt es sich fast immer um einen Betrug.
  • Wahren Sie den Schutz und die Sicherheit Ihrer personenbezogenen Daten. 
  • Achten Sie genau darauf, wie viel persönliche Informationen bzw. Daten Sie auf Websites in den sozialen Netzwerken preisgeben. 
  • Betrüger können Ihre Daten und Bilder nutzen, um eine falsche Identität zu schaffen oder Sie zum Ziel eines Betrugs machen.
  • Wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank, wenn Sie befürchten, Ihre Kontodaten einem Betrüger genannt zu haben. 
  • Zeigen Sie jeden Verdacht eines versuchten Betrugs bei der Polizei an, selbst wenn Sie nicht Opfer des Betrugs wurden.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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