Falsche Enkel und Polizisten, angebliche Gewinne

Polizei warnt: Gleich drei Betrugsfälle im Werra-Meißner-Kreis

Ein Mann hebt einen Telefonhörer ab.
+
Vorsicht bei unbekannten Anrufern: Viele Betrüger nutzen das Telefon für ihre Abzocken - mit ganz unterschiedlichen Maschen.

Falsche Enkel und Polizisten, angebliche Gewinne: In gleich drei Fällen mit unterschiedlichen Betrugsmaschen ermittelt die Polizei derzeit im Werra-Meißner-Kreis. Alle drei Fälle ereigneten sich am Dienstag, die Polizei mahnt zu Wachsamkeit.

Werra-Meißner - Gleich drei Betrugsmaschen wurden am Dienstag im Werra-Meißner-Kreis bekannt.

Der Enkeltrick

Im ersten Fall versuchte ein Unbekannter, der sich als angeblicher Enkel „Thomas Schröder“ ausgab, Geld von einem 86-Jährigen in Waldkappel zu erschleichen. Der Senior behauptete jedoch, kein Geld im Haus zu habe, zudem sei seine Frau fürs Finanzielle zuständig. Daraufhin legte der Anrufer auf.

Das rät die Polizei

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

- Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

- Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren Sie frühestens für den kommenden Tag einen Gesprächstermin und überprüfen Sie die Angaben.

- Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.

- Lassen Sie sich vom Anrufer die Telefonnummer geben und überprüfen Sie diese mit bereits bekannten Nummern.

- Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Der falsche Polizist

Im zweiten Fall erhielten mehrere Anwohner der Kasseler Straße Anrufe von eine Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab. „Mit der Geschichte, dass in der Gegend Einbrecher festgenommen wurden und bei den Festgenommenen Bilder von angeblichen Einbruchsobjekten aufgetaucht seien, versuchten die unbekannten Betrüger ihre Opfer über Wertgegenstände und Vermögensverhältnisse auszuhorchen“, so Polizeisprecher Alexander Först. „Die teilweise verunsicherten Anwohner teilten dies dann bei der Polizei in Eschwege mit, die dann die Anrufe als Betrugsmasche entlarven konnten.“

Das raten die echten Beamten

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson anruft. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.

- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

- Die Polizei wird Sie am Telefon nicht zu Kontodaten, Vermögensverhältnissen o.ä. befragen.

- Bei persönlicher Kontaktaufnahme: Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.

- Die Polizei wird Sie niemals bitten, ihnen Geldbeträge oder Wertgegenstände auszuhändigen.

- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

- Wichtig bei Telefonkontakt: Beenden Sie zuerst ein verdächtiges Telefonat und wählen dann erst die Nummer, die sie herausgesucht haben.

Das falsche Gewinnversprechen

Im dritten Fall versuchten Betrüger, einen 59-Jährigen aus Herleshausen dazu zu überreden, sogenannte Guthabenkarten für die Playstation im Wert von 900 Euro erwerben und den Betrügern dann die Karten-Codes zu übermitteln. Damit sollten angeblich Gebühren für einen größeren Geldgewinn abgegolten werden.

Das rät die Polizei

- Geben Sie niemals vorher auf Anweisung Geld (z. B. für Gutscheinkarten/Steamkarten/Prepaidkarten o.ä.) aus, um danach einen Gewinn zu erhalten!

- Rufen Sie keine kostenpflichtigen Rufnummern an, um Gewinncodes zu übermitteln oder einen Gewinn anzufordern!

- Überlegen Sie, ob Sie überhaupt an Gewinnspielen teilgenommen haben. Wer an Gewinnspielen nicht teilnimmt, kann auch nicht gewinnen!

- Fragen Sie den Anrufer nach Name, Adresse und Telefonnummer und das Gewinnspiel, um das es angeblich geht.

- Gehen Sie niemals auf Geldforderungen ein, ziehen Sie im Zweifel eine Person ihres Vertrauens zu Rate.

- Generell gilt: Wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt Informieren. Sie sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110 oder der jeweiligen Amtsleitung und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Verhaltenstipps zu den verschiedenen Betrugsmaschen bietet die Polizei hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.