Bei Castor-Protesten in Neu-Eichenberg: Polizeihund biss Journalistin

Neu-Eichenberg. Eine Journalistin wurde am Samstagmorgen bei den Castor-Protesten in Neu-Eichenberg von einem Polizeihund gebissen. Die Polizei bestätigte den von Castor-Gegnern berichteten Vorfall.

Zu dem Vorfall mit dem Hund kam es gegen 8.30 Uhr zwischen Marzhausen und Reckershausen. Hier bildete in einem Waldstück die Diensthundestaffel der Polizeidirektion Göttingen eine Absperrlinie im Wald, berichtete eine Polizeisprecherin. Ein Hundeführer aus Hildesheim habe festgestellt, dass sich der Beißkorb seines Tiers gelockert hatte. Er wollte dies korrigieren und nahm dazu den Hund zwischen die Beine.

In diesem Moment näherte sich von hinten eine 29-jährige Journalistin aus Lüneburg mit einem 27-jährigen Begleiter. Das habe wohl, sagt die Polizei, den Schutzinstinkt des Hundes ausgelöst, der zu dem Paar lief, wobei sich das Schnappschloss seiner Leine öffnete. Er biss die Frau, die eine Quetschung am rechten Unterarm und eine kleine Bisswunde am Oberarm davontrug. Sie wurde ambulant im Krankenhaus Eschwege behandelt.

Um die Umstände genau zu klären, sollen auch noch der Beißkorb und die Leine des Hundes untersucht werden, sagte die Polizeisprecherin. Für etwa eineinhalb Stunden gelang es Castor-Gegnern am Samstagmorgen, den Castor-Transport aufzuhalten. Im Bereich Hebenshausen nahmen nach Polizeiangaben 70 bis 90 Demonstranten an einer Blockade teil. Bei Hebenshausen waren Demonstranten in kleinen Grüppchen unterwegs und versuchten, zu den Gleisen zu gelangen, was einzelnen auch gelang. Die Polizei nahm die Demonstranten zeitweilig in Gewahrsam, bis der Castor den Streckenabschnitt passiert hatte. Das tat er um kurz nach 9 Uhr in Schritttempo.

Aktualisiert um 14.54 Uhr

In Eichenberg war er zwar schon um etwa 8.15 Uhr gestartet, hatte aber schon nach kurzer Fahrt wieder stoppen müssen. Der Zwangsaufenthalt sorgte auch dafür, dass die fahrplanmäßigen Züge auf den Strecken Kassel-Göttingen und Kassel-Bebra nicht weiterkamen. Für Susann Mai (44) aus Worbis, Thüringer Landesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei, und Sebastian Lins (17) aus Wachstedt bedeutete das, dass den Bus versäumten, der sie zur Castor-Demonstration nach Dannenberg bringen sollte. Ersatzweise tollten sie auf dem Bahnsteig in Eichenberg ihre „Atomkraft? Nein Danke!“-Fahnen aus. Über der Bahnstrecke kreisten ständig Polizeihubschrauber, und entlang der Strecke verteilte sich ein großes Polizeiaufgebot.

Im Abstand von wenigen Hundert Metern standen immer mehrere Kleinbusse, die die Beamten in die Nähe der Strecke gebracht hatten. War der Zug durch, fuhren sie dann auch wieder weiter Richtung Göttingen. (stk)

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