1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Sprit ist im Werra-Meißner-Kreis nur bedingt günstiger – Abends tanken ist Tipp

Erstellt:

Von: Konstantin Mennecke

Kommentare

Die Spritpreisbreme zieht nur gering
Die Spritpreisbreme zieht nur gering © Salzmann, Stefanie

Die Spritpreisbremse macht sich bei den Menschen im Werra-Meißner-Kreis kaum im Geldsäckel bemerkbar.

Werra-Meißner – Die Spritpreisbremse, umgesetzt vor einer Woche durch die gesenkte Energiesteuer, kommt nur bedingt bei den Kunden an der Zapfsäule an. Am Mittwoch kostete der Liter Diesel in der Spitze 2,081 Euro in Hessisch Lichtenau, der Liter Super kostete bis zu 2,069 Euro in Großalmerode.

Zum Vergleich: Vor der Senkung der Energiesteuer kostete der Liter Super E10 im Mai im Schnitt laut Mitteilung des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) 2,064 Euro und der Liter Diesel 2,033 Euro. Kurz vor der Einführung des Tankrabatts gingen die Preise dann nochmal nach oben: 2,151 wurde für Super E10, 2,044 Euro für Diesel verlangt. Laut ADAC hat sich der Rohölpreis zwar leicht erhöht. Es gebe aber „deutliches Potenzial für Preissenkungen“, heißt es weiter, konkret bis zu 15 Cent.

Das gilt auch für den Werra-Meißner-Kreis. Den seit 1. Juni bestehenden Tankrabatt geben die Mineralölkonzerne nicht 1 zu 1 an die Kunden weiter. Dazu sind die Konzerne gesetzlich auch nicht verpflichtet – sie können selbst bestimmen, ob und wenn ja wie viel Rabatt sie weitergeben. „Und darüber beschweren sich die Kunden, die tanken müssen und das Auto nicht stehen lassen können“, sagt Georg-Theodor Schindewolf von der Schiwo-Tankstelle in Witzenhausen. Einen Ansturm habe es vorige Woche nicht gegeben, der Kraftstoff sei auch nicht knapp geworden.

Gleiches kann Michael Heizmann von der Tankstelle Honsel in Meinhard-Grebendorf berichten. Eine deutliche Steigerung der Zahl der Tankstellenkunden gebe es nicht, auch sei kein Kraftstoff knapp geworden. Heizmann rät ebenso zu günstigen Zeiten in den Abendstunden zu tanken. Insgesamt gebe es 38 Preisänderungen pro Tag – ab 17 Uhr seien Super und Diesel erfahrungsgemäß am günstigsten.

Unterdessen werden die ersten Forderungen laut, den Tankrabatt in Gänze zu streichen. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Wie wäre es, wenn die Politik ihren Fehler eingesteht und die Spritpreisbremse sofort stoppt?“ Der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies schloss sich dieser Forderung an. „Die Mineralölkonzerne haben ihre Margen auf Kraftstoffe kräftig gesteigert. Das ist unanständig und unmoralisch. Wir sollten die Umsetzung des Tankrabatts kritisch prüfen“, schrieb Lies auf Twitter.

Auch interessant

Kommentare