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Bäcker-Innung wird anziehende Rohstoffkosten weitergeben

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Von: Tobias Stück

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Kontaktlose Übergabe: Die Brötchen gleiten in die Tüte, die jeder selbst mitbringen darf.
Anziehende Rohstoffkosten: Die Preise für Brötchen sollen steigen. © © Andreas Rother

Die Bäcker-Innung Werra-Meißner schließt nach der jüngsten Verbandsversammlung eine Preiserhöhung für Backwerk nicht mehr aus. „Aufgrund der gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise werden wir unser Preisniveau vermutlich nicht halten können“, sagt Innungsmeister Martin Stange.

Werra-Meißner – Am Ende sei jeder Betrieb für seine Preisgestaltung selbst verantwortlich. Die ersten Bäckereien im Landkreis haben die Preise bereits angezogen.

Stange spricht von einem grundsätzlichen Anstieg der Rohstoffpreise von 25 bis 30 Prozent in den vergangenen Wochen. Der Preis für Butter hat sich beispielsweise mehr als verdoppelt. Statt 4,60 Euro kostet das Kilo jetzt knapp zehn Euro. Auch die Preise für Mehl haben stark angezogen. „Vorteile haben die Bäckereien, die regional einkaufen und deswegen nicht so stark von den Weltmarktpreisen abhängig sind“, sagt Stange.

Preise haben sich verdoppelt

Der Preis für den Doppelzentner Weizen (100 Kilo) hat sich seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs mehr als verdoppelt und liegt damit in Deutschland auf einem Allzeithoch. Mitte der Woche lag der Preis nach Angaben von Uwe Roth, Geschäftführer des Kreisbauernverbands, bei rund 50 Euro. Vor Kriegsausbruch waren 18 bis 20 Euro für den Doppelzentner normal. Aus 100 Kilogramm Weizen gewinnen die Mühlen etwa 40 Kilogramm Mehl, berichtet Stange. Je nach Brötchen macht das Getreide laut Roth ein bis fünf Prozent des Brötchenpreises aus.

Einige Bäckereien hatten bereits zu Beginn des Jahres Preise erhöht, um einen Puffer für die Anhebung des Mindestlohns aufzubauen. Stange geht davon aus, dass die Maßnahme der Bundesregierung das Lohnniveau von Mitarbeitern im Backhandwerk um rund zehn Prozent steigen lässt. Dieser geplante Puffer für die Lohnanpassung werde aber derzeit durch die teureren Rohstoffe aufgebraucht.

Keine höheren Gewinne

Die gestiegenen Weltmarktpreise für Weizen führten indes nicht zu höheren Gewinnen für die Landwirte. „Die Mehreinnahmen kompensieren meistens nur die deutlich gestiegenen Diesel- und auch Düngerpreise“, sagt Roth.

Von Tobias Stück

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