1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Privatinsolvenzen im Kreis steigen

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Geldscheine
Symbolbild Geldscheine © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die Verbraucher verlieren die Übersicht bei Onlinekäufen und Raten. Das führt zu mehr Privatinsolvenzen.

Werra-Meißner – Während die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis seit 2019 recht stabil geblieben ist, lässt sich bei den Verbraucherinsolvenzen ein Anstieg beobachten. Das geht aus den Zahlen zu Verbraucher- und Insolvenzverfahren vom Amtsgericht Eschwege hervor.

Laut Peter Döring, Prokurist der Wirtschaftsförderung des Werra-Meißner-Kreises, haben die Corona-Hilfsprogramme von Bund und Land tendenziell dazu geführt, dass Unternehmen Umsatz- und Ertragsausfälle gut kompensieren konnten. Während es in 2019 55 Regelinsolvenzen gab, sank diese Zahl im ersten Jahr der Coronapandemie auf 36 und stieg 2021 wieder auf 47. In diesem Jahr wurden bis zum Stichtag 11. Oktober 43 Insolvenzen von Unternehmen verhandelt.

Privatinsolvenzen im Kreis steigen

Dem gegenüber stehen 97 Privatinsolvenzverfahren im Jahr 2019, ein Abfall auf 62 für 2020 und ein Anstieg auf 103 im Vorjahr sowie 122 von Anfang 2022 bis zum 11. Oktober.

In der Anfangszeit der Pandemie seien einige wenige Unternehmen – oft Kleinstbetriebe, die bereits zuvor in einer schwierigen Lage waren – an ihre Grenzen geraten. „Es haben sich trotzdem auch Personen selbstständig gemacht“, so Döring über die vergangenen beiden Jahre. Das produzierende Gewerbe habe mit dem Handwerk und auch online agierenden Unternehmen gegenüber der Gastronomie und der Tourismusbranche teilweise eher profitiert.

Steigende Energiekosten und die Preissteigerungen im Zuliefererbereich könnten nun zur Schwierigkeit für Unternehmen werden, die beispielsweise für die Produktion viel Strom benötigen. Dort stelle sich die Frage, ob und welche Hilfsprogramme von Bund und Ländern es geben werde. Zudem hänge die Entwicklung für Unternehmen von der der Verbraucherpreise ab, da diese bei weniger Kaufkraft auch weniger konsumieren.

Verbraucher verlieren Übersicht bei Onlinekäufen

Mehr Online-Einkäufe mit der Option des Zahlungsaufschubs oder der Ratenzahlung, durch die Verbraucher den Überblick verlieren können, ist eine der Vermutungen für den Anstieg bei den Privatinsolvenzen. Das teilt die Schuldnerberatung der Awo Werra-Meißner mit, die zu Beginn der Pandemie auch einen Rückgang an Beratungsgesprächen verzeichnete. Eine mögliche Erklärung sei zudem, „dass viele Ratsuchende ihre Schuldenbereinigung erst einmal ausgesetzt haben.“ Voraussichtlich werde sich der Anstieg der Privatinsolvenzen fortsetzen. Von Eden Sophie Rimbach

Auch interessant

Kommentare