CORONAVIRUS

Probleme bei Digital-Pass - Datenlücke stoppt Ausstellung in Apotheken

Das digitale Corona-Impfzertifikat aus der Apotheke sollte vor allem in der Urlaubszeit einiges erleichtern. Im System zur Ausstellung des Nachweises ist jetzt eine Sicherheitslücke aufgetaucht.
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Das digitale Corona-Impfzertifikat aus der Apotheke sollte vor allem in der Urlaubszeit einiges erleichtern. Im System zur Ausstellung des Nachweises ist jetzt eine Sicherheitslücke aufgetaucht.

Die Apotheken im Werra-Meißner-Kreis wie auch bundesweit können seit der vergangenen Woche keinen digitalen Impfpass ausstellen

Werra-Meißner – Die Apotheken im Werra-Meißner-Kreis wie auch bundesweit können seit der vergangenen Woche keinen digitalen Impfpass ausstellen. Das durch eine Sicherheitslücke verursachte Problem hält weiterhin an. Laut dem Deutschen Apothekerverband (DAV) soll das entsprechende Portal nur schrittweise wieder geöffnet werden.

Als das Portal in der vergangenen Woche abgeschaltet wurde, ist Apotheker Dr. Joachim Kirch von technischen Problemen ausgegangen, wie es sie auch zu Beginn gab, berichtet er. Von der Sicherheitslücke habe der Inhaber von Löwen-Apotheke in Eschwege und Meißner-Apotheke in Abterode aus den Medien erfahren. Die schlechte Informationsweitergabe bemängelt auch Peter Müller von der Löwen-Apotheke in Witzenhausen. Dass es gerade in einer Zeit passiert, in der die Nachfrage so hoch ist, käme erschwerend hinzu. „Wahrscheinlich wussten diejenigen, nicht, dass sie damit das ganze System zum Einsturz bringen“, vermutet Müller. Die Vorgehensweise der beiden Sicherheitsforscher findet er bedenklich. Es hätte auch gereicht, wenn sie darüber informiert hätten, so Müller.

Zertifikate über Schein-Apotheke ausgestellt

Am Mittwochnachmittag wurde der Zugang für Apotheken auf das Portal des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) gesperrt, nachdem zwei Sicherheitsforscher eine Sicherheitslücke gefunden hatten. Ihnen war es gelungen, über einen Gastzugang mithilfe gefälschter Dokumente eine Schein-Apotheke zu registrieren, die daraufhin zwei Impfzertifikate ausstellte. Anschließend informierten die Experten den DAV darüber, der das System erst einmal komplett abstellte.

Auch wenn „Computer-Bild“ am Montag bereits berichtete, dass es den digitalen Impfnachweis „ab sofort auch wieder in den Apotheken in Deutschland gibt“, sagte DAV-Sprecher Christian Splett auf Anfrage unserer Zeitung: „Eine bundesweite Entwarnung können wir leider noch nicht geben. Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Problem und daran, dass die Ausstellung des digitalen Impfnachweises ab dieser Woche auch in den Apotheken wieder möglich ist.“

Neben den Apotheken stellen in Deutschland auch Ärzte den digitalen Impfnachweis aus. Karl Roth von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sagte auf Anfrage, dass laut geltender Impfverordnung Personen auch in einer Arztpraxis einen digitalen Impfnachweis erhalten, in der sie nicht geimpft wurden. Er rät dazu, im Vorfeld in Praxen nachzufragen.

„Personen, die in einem der hessischen Impfzentren ihre komplette Immunisierung erhalten haben, bekommen den digitalen Impfnachweis auf Wunsch mittlerweile direkt vor Ort ausgestellt“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums gestern gegenüber unserer Zeitung.

Karl Roth weist zudem darauf hin, dass der digitale Impfnachweis „kein Muss ist“. Das Impfbuch reiche zusammen mit dem Personalausweis aus, um seinen kompletten Impfschutz nachzuweisen.  (mai/dau)

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