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Projekt Wildgans im Werra-Meißner-Kreis ist abgeschlossen

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Von: Stefanie Salzmann

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Freut Landwirte ganz und gar nicht: Eine Schar Nilgänse weidet auf einem Feld zwischen Eschwege und Grebendorf. Zurückbleiben nach dem Besuch große Lücken im Feld. Später nennt man das Ertragsausfall beziehungsweise Wildschaden.
Freut Landwirte ganz und gar nicht: Eine Schar Nilgänse weidet auf einem Feld zwischen Eschwege und Grebendorf. Zurückbleiben nach dem Besuch große Lücken im Feld. Später nennt man das Ertragsausfall beziehungsweise Wildschaden. © Robert André

Bereits seit den 1950iger Jahren nehmen die Wildganspopulationen in Deutschland und Hessen stark zu. Und so wie die einen das gackernde Federvieh erfreut, sorgen die Tiere auf der anderen Seite für jede Menge Konfliktstoff.

Werra-Meißner – Zum Beispiel bei Landwirten, die auf ihren Feldern stattliche Fraßschäden durch weidende Wildgänse verzeichnen. Zweiter Konfliktherd ist der Tourismus, denn Wildgänse, vor allem die Nilgänse, verkoten Badestrände. Und dabei legen die Gänse einen schnellen Takt vor. Alle drei bis vier Minuten setzt eine Gans Kot ab.

Mit der Frage, wie sich der Konflikt zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus lösen lässt, hat sich exemplarisch über vier Jahre hinweg das Projekt „Management und Monitoring der Wildgänse im Werratal“ des Arbeitskreises Wildbiologie der Uni Gießen beschäftigt. Mit an Bord war der Jagdverein Hubertus Eschwege mit den Revierpächtern entlang der Werra und der Gewässer, die Untere Jagdbehörde sowie die Kommunen. 100 000 Euro sind in das Projekt geflossen, finanziert aus der Jagdumlage.

Jetzt hat der Arbeitskreis Wildbiologie seinen Abschlussbericht vorgelegt, der für ganz Hessen zum Leitfaden für den Umgang mit Wildgänsen werden soll.

Eines der positiv erreichen Ziele des Monitorings ist die Lenkung der Wildgänse über revierübergreifende Bejagungskonzepte, bei denen es um eine Reduzierung der Wildgansbestände ging, aber auch darum, die Gänse gezielt von landwirtschaftlich und touristisch genutzten Flächen zu vergrämen. Das Konzept nennt sich „Landschaft der Furcht“ und fußt darauf, dass Gänse Orte meiden, die sie für sich als gefährlich erkannt haben.

Hatten bis vor einigen Jahren die Gänsejagd in der Region keine Tradition, konnten die Jäger in den vergangenen vier Jahren viele Erfahrungen sammeln.

Zu diesen gehört, dass revierübergreifende Jagden an festgelegten Daten mit möglichst vielen Jägern zu gleichen Zeit am erfolgversprechendsten sind, wenn auch vom Organisationsaufwand hoch. Diese Form der Gänsejagd hat sich inzwischen im Werratal etabliert.

Ein weiteres Ergebnis des Monitorings ist die Erfassung der Population im Werratal. Während die Graugänse zwar am zahlenstärksten und hauptverantwortlich für Fraßschäden auf Feldern sind, sind die Nilgänse die Hauptverursacher der verschmutzten Badestrände am Werratalsee.

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