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Prozess gegen Polizeiausbilder wegen sexueller Belästigung vertagt - Opfer nicht verhandlungsfähig

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Von: Stefanie Salzmann

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Eine fette Männerhand liegt auf dem Po einer Frau mit einem schwarzen Rock.
Ein 41-jähriger Ausbilder des Polizeiaus- und fortbildungszentrums Eschwege ist angeklagt, zwei Polizeischülerinnen sexuell belästigt zu haben. © imago stock&people

Der für Donnerstag angesetzte Prozess gegen einen Ausbilder der Bundespolizei in Eschwege, der zwei Polizeischülerinnen sexuell belästigt haben soll, musste vertagt werden. Die Hauptbelastungszeugin ist derzeit nicht verhandlungsfähig.

Eschwege – Der Prozess gegen einen heute 41-Jahre alten Ausbilder des Bundespolizei- und -fortbildungszentrums in Eschwege wegen sexueller Belästigung zweier Polizeischülerinnen musste am gestrigen Donnerstag vertagt werden. Eine Hauptbelastungszeugin war nach Angabe der Vorsitzenden Richterin Hennemuth nicht verhandlungsfähig, die zweite junge Frau ist inzwischen verstorben.

Beschuldigt wird der Angeklagte, die beiden jungen Frauen am Abend und in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli 2019 bei einer Lerngruppenfeier auf dem Gelände der Bundespolizei an der Langemarckstraße in Eschwege sexuell belästigt zu haben. Laut Anklageschrift habe der damals 39-jährige Ausbilder auf der Feier am späten Abend noch mit einigen Auszubildenden auf einer Bank an der Bierzeltgarnitur gesessen und zu diesem Zeitpunkt bereits über Sexualität gesprochen, wie beispielsweise, dass Leistungssportler sexuellen Ausgleich bräuchten und dass jeder seine sexuellen Vorlieben und Neigungen ausleben dürfen müsste.

Eine der jungen Polizeischülerinnen wurde von ihm zu fortgeschrittenen Abend aufgefordert, sich neben ihn auf die Bank zu setzen, dann habe der Mann ihr über den Oberschenkel gestrichen und zuweilen auch fester dabei zugepackt und seine Hand Richtung ihres Schrittes geführt. Als die Polizeischülerin in Abwehrhaltung gegangen sei, habe er die Hand unter ihren Pullover gesteckt und über ihren nackten Rücken gestreichelt, wobei er auch zeitweise seine Hand in ihre Hose steckte, um ihr Gesäß anzufassen. Zunächst habe sich die Polizeischülerin geekelt, später sei sie in einen Angst- und Schockzustand gefallen. „Der Beschuldigte nahm die Belästigung billigend in Kauf“, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Kassel.

Bei dem zweiten Opfer des Mannes spielte sich die Tat, die sich am selben Abend auf derselben Veranstaltung ereignete, ähnlich ab. Auch ihr habe er – es war inzwischen kurz nach Mitternacht – die Hand auf den Oberschenkel gelegt und diesen gestreichelt und gepackt, und ihr später unter dem Pullover über den Rücken gestreichelt und in ihre Hose an ihr Gesäß gefasst.

Gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft hatte der Beschuldigte seinerzeit Einspruch eingelegt. Ein neuer Verhandlungstermin gegen den Mann ist für Freitag, 27. Januar 2023 um 9.30 Uhr im Amtsgericht Eschwege angesetzt. (Stefanie Salzmann)

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