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Prozessauftakt: Missbrauchsvorwürfe gegen Wehretaler Ex-Schulleiter

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Von: Daniel Göbel

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Prozessauftakt um mehrfachen schweren Kindesmissbrauch
Gestern (8. Februar) war der Prozessauftakt um mehrfachen schweren Kindesmissbrauch. © Daniel Göbel

Unter großem Medien-Aufgebot ist am Mittwoch (8. Februar) am Landgericht Fulda der Prozess gegen einen ehemaligen Lehrer und Leiter einer Grundschule aus dem Kreis gestartet.

Fulda/Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg – Unter einem riesigen Medien-Aufgebot ist am Mittwochvormittag am Landgericht Fulda der Prozess gegen einen ehemaligen Lehrer und Leiter einer Grundschule aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg gestartet.

Die Anklage wirft dem 47-Jährigen vor, 64 Missbrauchstaten an Kindern und 35 Taten an Jugendlichen sowie 15 Taten im Zusammenhang mit dem Besitz kinderpornografischer Inhalte begangen zu haben. Er war an der Haselbachschule in Lispenhausen und an der Kleeblatt-Grundschule in Wehretal im Werra-Meißner-Kreis tätig und wohnte zuletzt in Göttingen. Die Taten sollen sich zwischen 1998 und 2021 ereignet haben, die bis zu 20 Opfer waren demnach allesamt Jungen, die zum Tatzeitpunkt noch minderjährig waren, erläuterte Gerichtssprecher Patrick Krug.

Das war für das Gericht auch der Grund, die Öffentlichkeit in großen Teilen der Verhandlung auszuschließen, um die Persönlichkeitsrechte der Geschädigten zu wahren. So wurde auch die Anklageschrift nur zu einem kleinem Teil öffentlich verlesen. Die dort geschilderten Tatvorwürfe beziehen sich fast ausschließlich auf Aufnahmen und Verbreitung kinderpornografischer Bilder und Videos, die der Angeklagte selbst aufgenommen haben soll. Diese waren es auch, die die Ermittler auf die Spur des ehemaligen Schulleiters brachten, erklärte Sebastian Zwiebel, Staatsanwalt und Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. US-Behörden hätten dazu den entscheidenden Hinweis gegeben.

Eine anschließende forenische Auswertung des Materials habe schließlich zur Grundlage des Prozesses geführt. Fünf der Geschädigten haben sich als Nebenkläger dem Prozess angeschlossen. Sie wurden zum Prozessauftakt von ihren Rechtsbeiständen vertreten.

Verteidigt wird der Ex-Schulleiter, der bereits seit Januar vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, von den Bad Hersfelder Rechtsanwälten Jochen Kreissl und Lisa Vogeler. Sie kündigten vor Prozessbeginn an, dass ihr Mandant ein Teilgeständnis abgeben wolle. 32 Tatvorwürfe sollten demnach voraussichtlich bestritten werden. Zuvor hatten die Verteidiger eine einstweilige Verfügung gegenüber der Zeitung „Bild“ erwirkt, die den Angeklagten in einem Bericht als „Ekel-Lehrer“ bezeichnet hatte. Laut den Verteidigern sei das eine unangemessene Vorverurteilung. (Daniel Göbel)

Strafrahmen: Bis zu 15 Jahre Haft

Dem angeklagten 47-Jährigen droht im Fall einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren, erläuterte Gerichtssprecher Patrick Krug. Dies ist der Strafrahmen, den das Gesetz in diesen Fällen vorsehe. Aufgrund der Schwere und Anzahl der Taten werde das Gericht auch darüber zu entscheiden haben, ob der Angeklagte im Fall einer Verurteilung mit einer anschließenden Sicherheitsverwahrung zu rechnen habe. (dag)

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