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Bilanz: Am Sonntag kamen tausende Besucher in Eschweges Innenstadt

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Von: Julia Stüber, Eden Sophie Rimbach

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Als Ausstellerin neu dabei ist Sarah Seidel von Selfmade Baby. Seit vier Jahren stellt sie Reborn-Babys her. Durch das Internet und YouTube-Videos ist sie dazu gekommen, erklärt: „Ich mag die Kunst dahinter total.“
Als Ausstellerin neu dabei ist Sarah Seidel von Selfmade Baby. Seit vier Jahren stellt sie Reborn-Babys her. Durch das Internet und YouTube-Videos ist sie dazu gekommen, erklärt: „Ich mag die Kunst dahinter total.“ © Eden Sophie Rimbach

Etwa 1000 Besucher und Aussteller kamen für die 28. Puppen- und Bärentage nach Eschwege. Auch der verkaufsoffene Sonntag, der Trödelmarkt und sonniges Wetter zogen die Massen an.

Eschwege – Aussteller aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern kamen in die Kreisstadt. Besucher berichten von einer langen Schlange vor der Stadthalle schon vor Messebeginn am Samstag um 10 Uhr.

Solveig Tilly erklärt, dass Eschwege im Bereich der Reborn-Babys die deutsche Messe überhaupt sei. Einige würden der Veranstaltung das ganze Jahr entgegenfiebern. Die Schwerinerin war eine von zirka 110 Ausstellerinnen, die am Samstag und Sonntag in der Stadthalle und der Jahnturnhalle Puppen, Stofftiere und allerlei Zubehör anboten. Zum vierten Mal war sie mit „Tillys Minis“ in Eschwege und wurde von mehreren Besuchern angesprochen. Diese verbinden sie vor allem mit Babyduft und Schnullern. „Der Schnuller ist praktisch meine Erfindung“, sagt sie. Solveig Tilly erklärt, dass die Puppen über einen im Mund eingebaut Magneten verfügen. Die von ihr entwickelten Schnuller würden, so die Ausstellerin, unabhängig davon sitzen, wie dieser Magnet gepolt ist.

„Viele wollen, dass die Puppe ein bisschen nach Baby riecht“, sagt sie über den von ihr entwickelten Duft – und der riecht unter anderem nach Puder und Babycreme. Eine Kundin lobt beim Gang zum Stand: „Richtig frisch! Du riechst es hier jetzt schon.“ Zubehör wie Windeln bis hin zu selbst genähter Kleidung, Mützen und Kragen gehören außerdem zu „Tillys Minis“.

Teddys aus Bad Sooden-Allendorf brachte Monika Böning mit. Fünf bis sechs Tage dauere es, bis sie einen größerern Teddy fertiggestellt habe.
Teddys aus Bad Sooden-Allendorf brachte Monika Böning mit. Fünf bis sechs Tage dauere es, bis sie einen größerern Teddy fertiggestellt habe. © EDEN SOPHIE RIMBACH

Ebenfalls selbst gemacht, sind die Teddybären und Holzmöbel von Rolf und Monika Böning aus Bad Sooden Allendorf. Während Monika Böning das Herstellen von Teddys von ihrer Tochter übernommen und weiterentwickelt hat, baut ihr Ehemann Holzmöbel für Puppen, Teddys und zur Dekoration. Aus Freude an der Arbeit mit dem Material, bei dem allein durch die Maserung jedes Stück anders werde, hat das für ihn 1999 begonnen.

Neben Teddys und den Reborn-Babys gehören weitere Plüschtiere, historische und Künstlerpuppen zu den Festtagen. Aus Österreich ist Gabriela Sack-Neumann angereist. Durch ihre selbstgehäkelten Teddybären nahm sie an einer Adventsausstellung teil, bei der sie die Reborn-Babys entdeckte. Als Künstlerin erlebt sie beim lebensechten Gestalten der Puppen einen großen Unterschied zum Malen auf einer Leinwand.

Verkaufsoffener Sonntag: Viele Besucher kamen, um durch die Geschäfte zu schlendern.
Verkaufsoffener Sonntag: Viele Besucher kamen, um durch die Geschäfte zu schlendern. © tobias stück

Alles vom Bausatz über Haare und unterschiedliche Farben für die Hautschichten bis hin zur Kleidung fanden Besucher am Stand von „Once So Real“ von Carmen Sommer-Busch. Hinzukam Werkzeug wie Nadeln und Schwämme.

Gabriela Sack-Neumann erklärt, dass es in Österreich keine Puppenmessen mehr gebe. Leokadia Wolfers, die die Festtage in Eschwege organisiert, erlebt zudem, wie mehr Menschen aus den Niederlanden zu deutschen Puppenmessen kommen. Auch aus Ungarn, Spanien, Dänemark und der Schweitz reisten Aussteller an. „Ich hatte das Gefühl, es sind mehr“, sagt sie über die Resonanz in diesem Jahr. Trotz steigender Preise sei das Interesse am Kauf von Puppen weiterhin hoch.

„Vor allen Dingen sind die Gespräche toll“, lobt Besucher Joshua Thoma. Auf der Messe müsse man sich nicht schämen. Aus Zwickau sind er und Linda Lorenz vor allem wegen der verschiedenen Künstler angereist. Sie erklären, dass Menschen aus unterschiedlichen Gründen zum Reborn-Hobby finden. Während die einen die Puppen zum Dekorieren nutzen, gebe es andere, deren Kinder bereits erwachsen sind, und Menschen, die entweder ein Kind verloren oder einen unerfüllten Kinderwunsch haben. Urteilen solle man darüber nicht.

Reges Treiben am verkaufsoffenen Sonntag, 6. November, in der Eschweger Schlossgalerie.
Reges Treiben am Sonntag, 6. November in der Eschweger Schlossgalerie. © Tobias Stück

Zusätzlich zu den Puppenfesttagen fanden auch der verkaufsoffene Sonntag und der Antik- und Trödelmarkt statt. Viele Besucher kamen bei bestem Herbstwetter mit viel Sonnenschein, um durch die Geschäfte in der Innenstadt zu schlendern. Gerade am 14.30 Uhr wurde es in den Innestadtläden nochmal richtig voll, berichten Händler und Verkäufer. Viele hatten sich Rabatte und Sonderaktionen für diesen Tag überlegt.

Auch für ein Kinder-Rahmenprogramm war gesorgt. So zogen ein bunter Clown und ein Drehorgelspieler durch die Innenstadt. Das Castello-Puppentheater sorgte ebenso bei den jungen Besuchern für Begeisterung. „Wir sind rundum zufrieden“, sagt Frank Winkler vom Vorstand der Eschweger Initiative Stadtmarketing. (Eden-Sophie Rimbach und Julia Stüber)

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