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Queeren droht die Kündigung

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Von: Fabian Becker

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Die Regenbogenflagge: Symbolbild: Francisco Seco/AP/dpa
Die Regenbogenflagge (Symbolbild) © Francisco Seco/AP/dpa

Nicht-hetreosexuelle Menschen, sogenannte queere Menschen, haben es in der Gesellschaft nicht leicht – besonders nicht in der Katholischen Kirche, wie der bisexuelle Daniel Seelos berichtet.

Werra-Meißner – In der ARD-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ haben sich 100 queere – nicht-heterosexuelle – Menschen, die für die Katholische Kirche in Deutschland tätig sind, öffentlich zu ihrer Sexualität bekannt. In der Katholischen Kirche hat sich aber nichts gebessert, berichtet Daniel Seelos. Er ist bisexuell und hat Christopher-Street-Days (CSDs) in Bad Sooden-Allendorf und Eschwege organisiert. Bei diesen Tagen demonstrieren Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, für ihre Rechte und gegen Ausgrenzung.

„Die nicht-heterosexuellen Menschen, die sich geoutet haben, müssen jetzt Sorge um ihren Arbeitsplatz haben und mit einer Kündigung rechnen, weil ihre Sexualität an die Öffentlichkeit gekommen ist“, sagt Seelos, dem im Kreis aber niemand bekannt ist. Dabei solle die sexuelle Orientierung mit Religion gar nichts zu tun haben. „Es ist doch egal, ob ein Mann auf einen Mann steht oder eine Frau auf eine Frau.“

Um sich zu erkundigen, wie die Katholische Kirche im Werra-Meißner-Kreis mit nicht-heterosexuellen Menschen umgeht, rief der CSD-Organisator bei Kirchenvertretern im Kreis an – und wurde abgewiesen. „Sie haben sofort aufgelegt oder nach Ausreden gesucht, um nicht mit mir sprechen zu müssen“, sagt er. „Manche wurden sogar unfreundlich.“ Bei Seelos sorgt das für Unverständnis: „Das darf in der heutigen Zeit nicht mehr sein.“. „Gerade in der Kirche sollte es mehr Offenheit und Vielfalt geben.“

Auch auf HNA-Anfrage wollten sich die meisten befragten Katholischen Kirchenvertreter im Werra-Meißner-Kreis nicht äußern oder verwiesen an das Bistum Fulda, das eine Presseanfrage unbeantwortet ließ. Lediglich Pfarrer István Kovács von der Christkirche in Hessisch Lichtenau äußerte, ihm seien keine nicht-heterosexuellen Menschen in der Katholischen Kirche im Werra-Meißner-Kreis bekannt, daher könne er sich nicht zum Umgang mit ihnen äußern. Er wollte zwar seine eigene Meinung nicht äußern, sagt aber: „In Gottes Kirche ist jeder willkommen.“ (Fabian Becker)

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