Quentel feiert die alte Schule

Als die Schule noch voll war: Auf der Aufnahme von 1947 haben die Quenteler 84 Kinder gezählt, Lehrer war Kurt Hiese. Repro: Lothar Röß

Quentel. Die ehemalige Schule von Quentel wird 100 Jahre alt, das wird an diesem Samstag und Sonntag groß gefeiert.

In Stein gemeißelt stehen die Jahreszahlen 1914 - 1915 an der ehemaligen Schule, die vor mehr als vier Jahrzehnten zum Dorfgemeinschaftshaus (DGH) umgebaut wurde.

Wie Thomas Blumenstein in seiner Chronik zum 675-jährigen Ortsjubiläum in 1996 schreibt, hatte die Gemeinde 1913 für 1000 Reichsmark eine Fläche von 30 Ar (3000 Quadratmeter) für den Bau einer Schule am Kreuzweg gekauft. Im Frühjahr 1914 wurde mit den Erdarbeiten begonnen, im Juli stand bereits der Rohbau. Da der Ausbruch des Ersten Weltkriegs die Arbeiten verzögert hatte, erfolgte die Schlussabnahme erst im November 1915. Vier Wochen später wurde die Schule, die 23 682 Reichsmark gekostet hatte, mit einer kleinen Feier eingeweiht.

Zehn Jahre mussten die Kinder mit dem schrägen Schulhof vorlieb nehmen, bis unterhalb des Hanges eine Mauer gezogen und die Fläche eingeebnet wurde. 1927 wurden ein zweiter Schulsaal und eine Lehrerwohnung angebaut. 1910 zählte die Gemeinde noch 91 Schulkinder, bis 1938 war die Zahl auf 63 gesunken. Auf einem alten Schulfoto von 1947 mit Lehrer Kurt Hiese, der bis 1951 vier Jahre lang in Quentel unterrichtete, zählt man wieder 84 Kinder. 1969 kam das Aus für die Schule, Christiane Engeling war die letzte Lehrerin. Nach der Umgestaltung wurde das Gebäude ab 1974 als DGH genutzt. Zuletzt erfolgte der Anbau des Feuerwehrgerätehauses, das 2010 eingeweiht wurde.

Nachdem die Stadt Hessisch Lichtenau als Sparmaßnahme unter dem Schutzschirm unter anderem auch die Schließung des Dorfgemeinschaftshauses in Quentel in Erwägung gezogen hatte, gründete sich im Dezember 2013 der Förderverein „Alte Schule“ Dorfgemeinschaftshaus Quentel. Vorsitzende Rita Schodder hat seither mit ihrem 20-köpfigen Team viel auf die Beine gestellt, um den Betrieb des Hauses aufrecht zu erhalten. Ob monatlicher Markttreff oder Kaffeenachmittag, Tanzabend, Autorenlesung, Kinoabend, Patchwork-Kurs, Adventskranzwickeln oder Kräuterwandern mit anschließender Verköstigung, das vielseitige Angebot hat vor allem Besucher von außerhalb angelockt. Außerdem hatte der Verein das Catering beim „Angasen“ der örtlichen Motorradfreunde übernommen und bei der großen Grimmsteigwanderung die Verpflegung der Wanderer am Schwedenkreuz oberhalb von Quentel übernommen.

Sechs Wanderer waren aktiv

In der letzten Zeit lag der Schwerpunkt der Arbeit des Vereins in der Vorbereitung auf das Dorffest. Dass in den letzten Wochen auch sechs Wanderer aus Quentel am DGH aktiv wurden und aus den Sandsteinen des alten Feuerwehrgerätehauses einen Sitzplatz am Haus gebaut haben, hat große Begeisterung in den Reihen des Fördervereins ausgelöst. (zlr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.