Brücke zwischen Frieda und Aue

Radfahrer kämpfen sich durch privates Gemüsebeet, um abzukürzen

Ein Bild der Verwüstung: Mitten durch den Blumen- und Gemüsegarten von Petra Friederich-Petri an der Werrabrücke bei Frieda haben Radfahrer eine Schneise gefahren, um über die gesperrte Brücke zu gelangen.
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Ein Bild der Verwüstung: Mitten durch den Blumen- und Gemüsegarten von Petra Friederich-Petri an der Werrabrücke bei Frieda haben Radfahrer eine Schneise gefahren, um über die gesperrte Brücke zu gelangen.

In Frieda zerstören Radfahrer private Gemüsebeete und Blühweiden. Die Betroffenen sind entsetzt: „Ich bin entsetzt und zutiefst irritiert.“

Frieda - Offenbar Heerscharen von Radfahrern haben sich im Laufe des vergangenen Wochenendes eine Schneise durch den privaten Gemüse- und Blumengarten von Petra Friederich-Petri geschlagen. Ihr Garten liegt unmittelbar an der Werrabrücke in Frieda.

Weil das Bauwerk gerade saniert wird, ist die Brücke für den Verkehr gesperrt, Schilder weisen darauf hin, große Bauzaunelemente versperren den Weg zur Baustelle. Eigentlich. Denn mit dem Fakt, dass die direkte Verbindung zwischen Frieda und Aue gerade nicht verfügbar ist, wollen sich die Freizeitsportler offenbar nicht abfinden.

Radfahrer in Frieda zerstören Pflanzen - Besitzerin zeigt sich entsetzt

Als die Krankenschwester am vorigen Samstagnachmittag (14.08.2021) zu ihrem Garten kommt, ist sie entsetzt. Ein etwa ein Meter breiter Streifen ihrer Blühweide und die Kürbisanpflanzung sind niedergewalzt von Radfahrern, die einen Durchgang von der Straße hinter die Absperrung der Brücke brauchten, wenn es ihnen nicht gelungen war, sich durch die Absperrung zu quetschen

„Ich bin entsetzt und zutiefst irritiert, was Menschen absichtlich zerstören“, sagt die Frau. „Ich wüsste gern, was diese Menschen sagen würden, wenn täglich Hunderte von Radfahrern durch ihren Garten fahren würden, egal welche Zerstörung dabei angerichtet wird.“

Radfahrer fahren verbotenerweise durch privaten Garten in Frieda

Petra Friederich-Petri bewirtschaftet den Garten schon seit vielen Jahren, er ist für sie Ausgleich und Entspannung zur Arbeit. Kummer ist sie durchaus mit dem Flecken Erde gewohnt, denn das Grundstück liegt im Hochwasserschutzgebiet und darf nicht eingezäunt werden. Gemüse und Blumen wurden immer wieder geklaut. Doch der neue Radweg durch ihren Garten ist für sie der Gipfel der Unverfrorenheit. Von einem älteren Rennradfahrer, den sie daraufhin anspricht, wird sie auf das Unflätigste beschimpft.

Ihr Ehemann wendet sich im Laufe des Wochenendes zweimal an die Polizei, schickt Fotos an die Beamten, doch die sehen laut Petri keine Möglichkeit, den illegalen Radwegebau zu unterbinden. Und der schreitet an den beiden Sommertagen zügig voran.

Frieda: Bauarbeiten an Brücke führen vermehrt zu Problemen

Auch Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill besichtigt am Montagmorgen den Schaden und sorgt dafür, dass die Bauverwaltung der Gemeinde Kontakt zu Hessen Mobil aufnimmt. „Hessen Mobil muss die Brücke so absperren, dass da niemand durchkommt“, sagt er.

Derweil überlegt das Ehepaar Petri, wie es seinen Garten schützen kann. Flatterband und Schilder jedenfalls waren bisher nicht die Lösung, denn die wurden einfach abgerissen. „Vielleicht sollten wir eine Dornenhecke anpflanzen.“ (Stefanie Salzmann)

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