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Radweg zwischen Berneburg und Cornberg: Für das Ministerium ist er zu steil

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Von: Julia Stüber

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Wie auf unserem Archivbild zu sehen, ist der Radweg nicht gut befahrbar.  Das sehen auch Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras und Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt (rechts) so.
Wie auf unserem Archivbild zu sehen, ist der Radweg nicht gut befahrbar. Das sehen auch Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras und Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt (rechts) so. © Wilfried Apel

Berneburg/Cornberg – Der Radweg zwischen Berneburg und Cornberg soll ausgebaut werden. Doch eine Entscheidung des Landes Hessen sorgt nun für Kritik.

Der Radweg

Der Weg führt auf etwa 2100 Metern von Berneburg nach Cornberg und umgekehrt. Viele Kinder und Jugendliche nutzen ihn, um zur Schule oder ins Schwimmbad nach Sontra zu fahren. Auch für Touristen ist die Verbindung interessant. Dieser Abschnitt liegt zudem auf dem bestehenden Glück-auf-Radweg – er führt über Berneburg, Cornberg, Dens, Solz, Nentershausen und Weißenhasel wieder zurück nach Sontra.

Das Vorhaben

Der Weg zwischen Berneburg und Cornberg ist nicht gut befahrbar. Meist müssen die Radfahrer über Schotter fahren. Das wollen die Stadt Sontra, die Gemeinde Cornberg und der Geo-Naturpark ändern.

Die Strecke soll besser ausgebaut werden. Kosten: etwa 700 000 Euro. Die drei Akteure erwarten eine Förderung von etwa 75 Prozent durch das Land Hessen. „Wir haben diese bestehende Wegeverbindung mit dem Geo-Naturpark extra mit dem Glück-auf-Radweg auf einem bestehenden Wirtschaftsweg verlaufen lassen, um diesen dann mit einer Förderung perspektivisch auszubauen – mit einer geschlossenen Asphaltdeckschicht und ohne mögliche Schotterwege“, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Das Problem

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sieht in der Steigung auf dem Streckenverlauf Probleme. Diese etwa 650 Meter lange Steigungsstrecke verläuft auch auf einem bisherigen Wirtschaftsweg. Die Steigung könnte die Nutzung für Radfahrer unattraktiv machen, meint das Ministerium.

Zeitlich parallel zu dem Vorhaben der Kommunen und des Geo-Naturparks hat das Land Hessen eine „hessenweite Dringlichkeitsbewertung für Radwege an Bundes- und Landesstraßen“ durchgeführt. Diese betrifft auch die Verbindung zwischen Bebra-Asmushausen und Sontra-Berneburg im Zuge der B 27, teilt das Ministerium mit.

Die Planungen für den Radweg Cornberg-Berneburg würden daher in den Projektbereich des B 27-Radweges fallen – das schließt einen neuen Trassenverlauf mit ein, außerdem ist vorgesehen, dass Hessen-Mobil erst im zweiten Halbjahr 2023 beispielsweise mit der Vermessung und weiteren Maßnahmen beginnt.

„Aufgrund der räumlichen Überschneidung der Vorhaben sind diese miteinander abzugleichen. Das Risiko, dass kommunal ausgebaute Abschnitte nach Fertigstellung des Gesamtprojektes in der Baulast des Bundes zumindest für den Alltagsverkehr nicht mehr genutzt werden – da der von den Kommunen vorgesehene Abschnitt unabhängig von der B 27 eine erhebliche Steigung aufweist, die eine Nutzung im Alltagsverkehr unattraktiv macht – ist zu vermeiden“, so das Ministerium weiter.

Die Reaktionen

„Wir bedauern zutiefst die Entscheidung des Landes Hessens, dass der von der Stadt Sontra, der Gemeinde Cornberg und dem Geo-Naturpark vorgeschlagene Trassenverlauf für den geplanten Radweg von Berneburg nach Cornberg nicht als förderfähiger Trassenverlauf anerkannt wurde und nun nach einer alternativen Trasse Ausschau gehalten wird“, sagen die Gemeinde Cornberg, die Stadt Sontra und der Geo-Naturpark in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Mit Blick auf das Fortschreiten der E-Mobilität im Radverkehr sei die Verbindung auch trotz Steigung geeignet. Die Steigungsstrecke, die auch jetzt schon über den Glück-auf-Radweg von Fahrern genutzt wird, stelle kein allzu großes Hindernis dar. „Die Planung und Realisierung dieses Radweges in mehreren Jahren ist weder im Sinne der Radtouristen, der Förderung der Nahmobilität durch Radverkehr, der Bevölkerung als auch der Verkehrssicherheit akzeptabel“, sagen die Kommunen und der Naturpark.

Der  Radweg zwischen Cornberg und Berneburg befindet sich auf dem bestehenden Glück-auf-Radweg.
Der Radweg zwischen Cornberg und Berneburg befindet sich auf dem bestehenden Glück-auf-Radweg. © Werra-Rundschau

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