Kunst und Sport

Rarität für Gestütsmuseum: Abbild von Rennpferd Kincsem jetzt in Altefeld zu sehen

Gestüt Altefeld
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Gestüt Altefeld

Eine neues Ausstellungsstück hat den Weg in das Museum auf Gestüt Altefeld in der Gemeinde Herleshausen gefunden.

Herleshausen – 65 mal 55 Zentimeter ist die neueste Errungenschaft des Gestütsmuseums in Herleshausen-Altefeld groß. Bei dieser Rarität, wie Gestütsbesitzer Manfred Graf berichtet, handelt es sich um ein altkoloriertes Aquatinta- Blatt von dem Rennpferd Kincsem. Das englische Vollblutpferd gehe auf dieselbe Vaterlinie zurück, wie Altefelds berühmter Deckhengst Dark Ronald.

„Es war ein Glücksgriff“, berichtet Graf. Denn es gibt nicht nur die Verbindung zu Altefeld: „Darstellungen mit Pferden sind sehr selten.“ Das liege zum einen daran, dass solche Pferde-Darstellungen stark nachgefragt seien und auf der anderen Seite wenig angeboten würden. In der Regel, erklärt Graf, seien diese in Familienbesitz und würden auch im Erbfall dort verbleiben.

Kincsem ergatterte der Gestütsbesitzer in einem Düsseldorfer Auktionshaus. Der Preis sei überschaubar gewesen, deshalb habe er zugeschlagen. „Der Stich wurde nach einer Zeichnung des Malers Alph Grey angefertigt und 1880 hergestellt“, so Graf. Nun erweitert das Abbild des englischen Vollbluts das Museum auf Gestüt Altefeld. Auf 100 Quadratmetern findet sich dort interessantes aus der Welt des Pferdesports und der Pferdezucht. Von Medaillen über Sättel bis eben hin zu Bildern von berühmten Pferden.

Und berühmt in der Welt der Pferdekenner ist die aus Ungarn stammende Kincsem, erklärt Graf. Die Stute begann ihre Karriere 1876 mit einem Sieg. Sie startete auf der acht Jahre zuvor gegründeten Galopprennbahn Hoppegarten in Berlin. Es folgten weitere 53 Rennen, in denen sie als Siegerin vom Platz ging. „Sie ist wohl das erfolgreichste Rennpferd aller Zeiten, und ihr Skelett wird im ungarischen Landwirtshaftsministerium in Budapest aufbewahrt.“

Wie es in der Pferdezucht üblich ist, besteht Kincsems Name aus einer längeren Zusammensetzung. In der finden sich auch die Namen der Eltern wieder. Die korrekte Bezeichnung für das englische Vollblut Kincsem ist „The property of Ritter Ernst von Blaskovits by Cambuscan out of Waternymph Trained by Rob Hesp“. Dabei ist Waternymph die Mutter und Cambuscan der Vater. Und in der Vaterlinie gibt es eine Besonderheit, die das Vollblut mit Altefeld verbindet. Denn aus derselben Vaterlinie ging einige Jahre später der berühmte Deckhengst Dark Ronald hervor. Der kam 1919 nach Altefeld, wie Graf erklärt.

Mit dem Stich von Kincsem, so Graf, werde das Gestütsmuseum wieder aufgefrischt. So könne Kunst, Kultur und Geschichte unter dem Dach des Gutshauses vereint werden. Immer etwas Interessantes anzubieten ist Graf wichtig, denn das Museum sei beliebtes Ziel von Reisegruppen. Einen Blick auf die gut 200 Ausstellungsstücke, die zum Teil auch im Archiv liegen, gibt Graf gerne. Aktuell sei es zwar aufgrund von Corona schwierig, dennoch könnten Anfragen an das Gestüt geschickt werden.

Kontakt: gestuet-altefeld@t-online.de

Von Hanna Maiterth

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