Stadtverordnete verlängern Beförderungssperre

Rathaus-Mitarbeiter vor Geduldsprobe

Hessisch Lichtenau. Vor einer weiteren Geduldsprobe stehen sechs Beschäftigte im Rathaus von Hessisch Lichtenau. Die fünf Beamten und eine Angestellte hätten eigentlich schon vor einem halben Jahr befördert werden sollen. Wegen der desolaten Finanzlage der Stadt kam es dazu jedoch nicht. Nun hat das Stadtparlament die Beförderungssperre um weitere sechs Monate bis Ende Juni nächsten Jahres verlängert.

Einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion stimmten am Freitagabend mehrheitlich die neun Abgeordneten der Union, drei Stadtverordnete der Grünen und zwei FWG-Parlamentarier zu.

„Zeitpunkt nicht günstig“

Die CDU wolle keine Beförderungen verhindern, aber der Zeitpunkt für eine Höherstufung sei „nicht günstig“, argumentierte Fraktionschef Andreas Howorka. Wörtlich: „Wir können nicht die Grundsteuern und die Wassergebühren erhöhen und gleichzeitig Beförderungen mit einem Kostenaufwand von 20 000 Euro beschließen.“ Das sei den Bürgern nicht zu vermitteln.

Für die Grünen erklärte Fraktionsvorsitzender Jörg Probstmeier, einige der zur Beförderung anstehenden Mitarbeiter beackerten „erst seit wenigen Monaten“ ein erweitertes Aufgabengebiet: „Die sollen sich erst mal bewähren und sehr gute Leistungen erbringen.“

„Kompetente Verwaltung“

Widerstand kam von der SPD. So betonte Roland Wittmann, die Stadt brauche motivierte Mitarbeiter. Mit Sparmaßnahmen dürfe man nicht bei denjenigen anfangen, die in besonderer Weise benötigt würden. Die Stadt könne „froh sein, über eine kompetente Verwaltung zu verfügen“. Dem pflichtete Fraktionskollege Steven Renner bei. Es werde Zeit, „dass die Mitarbeiter wieder das bekommen, was ihnen zusteht“, was CDU-Mann Howorka mit der barschen Formulierung konterte: „Einem Beamten steht gar nichts zu.“ (zcc)

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