1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Verbraucher im Kreis suchen nach Alternativen zu Öl und Gas

Erstellt:

Von: Eden Sophie Rimbach

Kommentare

Heizung wird ausgestellt
Heizen wird immer teurer - doch es gibt Alternativen zur Gasheizung © IMAGO / Action Pictures

Werra-Meißner – Derzeit haben die Firmen im Heizungsbereich vor allem in der Beratung viel zu tun. Von einer etwa 20 Prozent höheren Auslastung gegenüber dieser Zeit im vegangenen Jahr berichtet Udo Noll.

„Wir erleben durchaus, dass die Leute nach Alternativen suchen“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer von Udo Noll Versorgungstechnik in Laudenbach. Gefragt seien Wärmepumpen, Warmwassererwärmung durch elektrische Durchlauferhitzer und solartermische Anlagen. Auch die Nachfrage bei Pelletheizungen sei nach wie vor da. Allerdings merke man hier die Auswirkungen des Preisanstiegs bei Pellets.

Noll erreichen seit dem Preisanstieg von Öl und Gas Anfragen von Verbrauchern, die darum bitten würden, irgendeine Alternative dazu zu bekommen. Allerdings müsse eine Alternative immer zum jeweiligen Gebäude und dem restlichen Heizsystem passen.

Vicky Fräulin erklärt, dass oft mehr im Gebäude erneuert werden müsse, wenn die alte Heizung durch eine Alternative ersetzt werden soll. „Das sind keine Tagesaktionen, das sind teilweise Wochenaktionen“, weiß die Inhaberin und Geschäftsführerin von Vicky Bommhardt in Bischhausen.

Beratung ist schwieriger geworden

Die Frage nach dem Energiesparen beschäftige viele Kunden. Im Vergleich zum August 2021 habe sie derzeit gleich viel zu tun, doch die Beratung sei schwieriger geworden. Bis vor einiger Zeit habe sie Kunden noch zu Pellets raten könne, wenn es darum ging, unabhängig von Öl und Gas zu werden. Doch die Pelletpreise seien von zirka 250 Euro pro Tonne in 2021 auf etwa 800 gestiegen.

Fräulin rate dazu, sich mit mehreren Energieträgern aufzustellen. Das kann beispielsweise so aussehen, dass man sowohl Solarzellen als auch eine Pelletheizung verwendet. Für ihren Betrieb sei das Thema der Heizalternativen schon seit Ende 2019 beziehungsweise Anfang 2020 präsent. Die Kunden habe das Team bereits damals über die Förderung für energetische Sanierung informiert. „Da ist vieles ins Rollen gekommen“, erinnert sich die Inhaberin und Geschäftsführerin.

Trend geht zur Wärmepumpe

Aktuell kämen der Krieg in der Ukraine, die Frage nach der Gasversorgung, die Materialknappheit, Fachkräftemangel und die Inflation hinzu. Der Trend gehe häufig zur Wärmepumpe. Die sei jedoch nicht in jedem Bestand einfach einzusetzen und das Stromnetz in vielen Regionen sei nicht darauf ausgerichtet, dass eine Wärmepumpe in jedem angeschlossenen Haushalt genutzt wird.

Pellets nur bei Bedarf nachkaufen

Laut Branchen-Portal Esyoil lag der Heizölpreis für 100 Liter gestern Mittag bei 152,97 Euro. Am gleichen Tag in 2021 betrug er 67,81 Euro. Der durchschnittliche Gaspreis hat sich laut Vergleichsportalen zum Vorjahr beinahe verdreifacht. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) rät Verbrauchern angesichts steigender Pellet-Preise, die eigenen Lager nur bei Bedarf und mit der nötigen Menge aufzufüllen und den Brennstoff-Vorrat nicht unnötig auszubauen.

Von Eden Sophie Rimbach

Auch interessant

Kommentare