Regen mindert Schädlingsbefall

Bäume im Werra-Meißner-Kreis konnten sich besser gegen Borkenkäfer wehren

Borkenkäfer auf Baumrinde
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Im vergangenen Jahr konnte der Borkenkäfer sich nicht weiter im Werra-Meißner kreis ausbreiten.

Werra-Meißner – Der Borkenkäferbefall im Werra-Meißner- Kreis ist im Vergleich zu den drei Vorjahren deutlich zurückgegangen. „In den vergangenen Jahren haben die Käfer jährlich bis zu vier Generationen gebildet“, sagt Raphael Wulf vom Forstamt Hessisch Lichtenau. Dieses Jahr wurden nur zwei Generationen festgestellt. Grund sind die kühlen Temperaturen und die höhere Niederschlagsmenge.

Auch Dr. Thomas Rysavy vom Forstamt Wehretal bestätigt, dass der Borkenkäfer im Werra-Meißner-Kreis in diesem Jahr nur zwei Generationen gebildet hat. „Teile der Brut verpilzten“, sagt er. Das wurde durch dass feuchte und warme Wetter begünstigt. Zudem konnten sich die Bäume wegen des vielen Regens dieses Jahr besser gegen einen Käferbefall wehren. „Wenn Käfer sich einbohren, reagiert der Baum mit Harzfluss“, erklärt Rysavy. Komme genügend Harz, verklebe der Käfer und sterbe. Doch: „Entgegen unserer Hoffnung, dass das Wetter den Befall zum Stehen bringt, werden die restlichen Fichten auch noch befallen.“

Käfer haben weitere Bäume befallen

Dr. Thomas Rysavy, Forstamtsleiter Wehretal

Die bedeutendste Borkenkäferart in der Region, der Buchdrucker, hat sich auf mittelalte Fichten im Alter von 40 bis 60 Jahren spezialisiert, sagt Wulf. Durch den hohen Befall in den Vorjahren sei es jedoch dazu gekommen, dass die Käfer auch deutlich ältere Fichten und andere Nadelbäume befallen hätten. „Allerdings schaffen es andere Nadelbäume oft, den Buchdrucker abzuwehren.“ Eine weitere verbreitete Borkenkäferart ist der Kupferstecher, so Wulf. „Er bevorzugt Fichten mit dünnerer Borke, also deutlich jüngere Fichten mit einem geringen Stammdurchmesser.“ Auch Kronen älterer Fichten gehörten zu seinem Terrain.

Käfer überwintern jetzt

„Der Große Lärchenborkenkäfer, auch Achtzähniger Lärchenborkenkäfer genannt, befällt vor allem die untere Lärchenrinde“, sagt Rysavy. Zum jetzigem Zeitpunkt ist die Borkenkäfer-Flugzeit beendet. Die Käfer zögen sich zum Überwintern in den Boden zurück oder blieben unter der Rinde. „Dennoch sind erneut große Mengen Schadholz angefallen“, sagt er. „Die sind größtenteils aufgearbeitet.“ (Von Fabian Becker)

Darum leiden Bäume unter Borkenkäfern

Borkenkäfer und ihre Larven fressen unter der Borke die saftführenden Schichten der Baumrinde. Laut Hessen-Forst ist die Folge, dass der Saftfluss unterbrochen wird und der Baum stirbt. Die Käfer sind keine guten Flieger: Daher suchen sie sich den Baum für die Eiablage meist im Umkreis von 400 Metern. Sie bevorzugen dabei geschwächte, kürzlich umgefallene und gefällte Bäume. Erst bei Massenvermehrungen gehen sie auch gesunde Bäume an. 

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