Heimische Bio-Produkte in Geschäften vor Ort – Start in Aufwind-Läden

Aus der Region ins Regal

Jetzt auch mit Bioprodukten aus der Region: Der Dorfladen in Gertenbach, hier Verkäuferin Francine Beilschnmidt. Archivfoto: Bernert

Von Stefanie Salzmann

Werra-Meißner-Kreis. Bio-Produkte aus der Region kommen ab sofort in die Regale der Lebensmittelmärkte im Kreis. Unter der Marke „Bioregion im Werratal“ hat die Wirtschaftsförderung des Kreises (WFG) mit der Uni Witzenhausen begonnen, den Werra-Meißner-Kreis als Bioregion zu entwickeln und zu vermarkten.

Erste Schritte zum Bio-Konsument sind getan. In den vier vom Verein Aufwind geführten Supermärkten in Gertenbach, Datterode, Abterode und Netra finden sich seit einigen Tagen Bioprodukte aus der Region – deutlich gekennzeichnet mit dem gelb-grünen Logo der „Bioregion Werratal“. Noch ist das Sortiment relativ übersichtlich, soll aber Stück für Stück je nach Nachfrage und Kapazität der Erzeuger erweitert werden. In Datterode zum Beispiel finden sich in den Regalen neben Gemüse, Eier, Nudeln und Honig auch Tees und Seifen von Bioerzeugern aus der Region. „Wir bestellen erst mal kleine Mengen“, so die bei Aufwind zuständige Koordinatorin Sonja Fissmann. Künftig sollen die vier Märkte sich eigenständig um Warennachschub und Sortimentsauswahl bei den Erzeugern kümmern. „Wir fangen erst mal klein an und wollen sehen, wie das Angebot angenommen wird“, sagt Peter Döring von der WFG. Denn sollte die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus dem Kreis schnell ansteigen, könnten die Erzeuger zunächst nur langsam darauf reagieren.

Mit der Bioregion-Kampagne sollen jedoch nicht nur Konsumenten, sondern auch Hersteller aus der Region von dem Projekt überzeugt werden. Sie sollen den Preis im Markt verlangen können, den sie beispielsweise auch im eigenen Hofladen erzielen würden. „Wir sind gespannt, wie die Kunden reagieren“, sagt Döring. Denn streng genommen sei das ökologische Gewissen nicht nur durch den Kauf von Bioprodukten zu beruhigen, sondern auch die Länge des Weges zwischen Erzeuger und Konsument spielt ökologisch gesehen eine wichtige Rolle.

Die Vermarktung von Bio-lebensmitteln ist für die Wirtschaftsförderer jedoch nur ein Teil des Konzepts. Über den guten Ruf, den die Uni Witzenhausen in der Biobranche weit über Landesgrenzen hinaus genießt, soll für die Ansiedlung von Kleinstbetrieben Werbung gemacht werden, indem beispielsweise günstige Resthöfe über einen Immobilienpool angeboten werden.

Langfristig könnte die Region auch für größere Unternehmen attraktiv werden, die das Bio-Know-how aus Witzenhausen nutzen wollen und das große Arbeitskräftepotenzial erkennen. (WR)

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