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Regionale Produkte in Hofläden sind gefragt

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Von: Julia Henniges

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Auf dem Heuhof in Breitau verkaufen Alois und Heike Brüggemann zum Beispiel Fruchtweine und Fruchtaufstriche. Auch Sie haben eine erhöhte Nachfrage seit der ersten Welle der Pandemie festgestellt.
Auf dem Heuhof in Breitau verkaufen Alois und Heike Brüggemann zum Beispiel Fruchtweine und Fruchtaufstriche. Auch sie haben eine erhöhte Nachfrage seit der ersten Welle der Pandemie festgestellt. © Julia Stüber

Hofläden sind schon seit einigen Jahren bei Menschen immer beliebter geworden. Auch die Pandemie hat sich hierauf ausgewirkt.

Werra-Meißner – Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen berichtete schon im vergangenen Jahr von einem „Nachfrageboom“ bei Hofläden und Marktständen. „Wir haben es während der ersten Welle deutlich gemerkt. Vieles war geschlossen – einige Menschen nutzten daher die Chance, bei uns mal vorbeizuschauen und regional einzukaufen“, sagt Alois Brüggemann vom Heuhof in Breitau.

Im Hofladen können Kunden beispielsweise Fruchtaufstriche und Fruchtweine aus eigener Herstellung kaufen. Durch die Pandemie hätten Menschen mehr Zeit, um sich mit Themen wie Ernährung und Regionalität zu beschäftigen. Auch das kam dem Laden und dem Stand auf dem Wochenmarkt zugute.

Stefan Bofinger vom Kulchhof in Waldkappel spürte die Auswirkungen weniger im Hofladen, sondern vielmehr beim Lieferdienst, den die Familie anbietet. Interessierte können sich Produkte (zum Beispiel Fleisch und Gemüse) aussuchen oder Kisten selbst zusammenstellen – diese werden dann nach Hause geliefert.

Die Idee dazu hatten die Betreiber schon vor längerer Zeit – im ersten Lockdown aber ging das Modell dann erst richtig auf. „Menschen, die nicht aus dem Haus können oder wollen, haben so trotzdem die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. Und das war mit der Pandemie vor allem für Personen aus der Risikogruppe interessant“, sagt Bofinger.

Borris Degenhardt, Hofladen und Apfelkelterei Degenhardt in Oberdünzebach, bemerkt schon seit einigen Jahren eine steigende Nachfrage – die feste rote Wurst sei schnell ausverkauft. Die Auswirkungen der Pandemie auf das Einkaufsverhalten der Menschen äußerten sich aber auch im ersten Lockdown, das Interesse der Kunden stieg auch während dieser Zeit noch einmal.

Neben dem Zeitgewinn sieht der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen noch weitere Gründe, warum Menschen seit dem Pandemiebeginn mehr auf Direktvermarkter setzen: Kontaktreduzierungen, ein verändertes Gesundheitsbewusstsein oder auch der zwischenzeitliche Wegfall von Restaurantbesuchen würden die Nachfrage steigern.

Außerdem verbringen Menschen mehr Zeit in der Natur und entdecken so auch die landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Umgebung, heißt es weiter.

Für Stefan Bofinger sind die Vorteile eines Einkaufs vor Ort jedenfalls klar: „Der Kontakt zwischen Erzeuger und Endkunde ist da. Man rückt näher zusammen, wenn die Kunden regional einkaufen.“ (Von Julia Stüber)

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