PORTRÄT

Anita Bust hat Familie und Vereinsleben stets in Einklang gebracht

Der wichtige Arbeitsplatz: Schreibtisch und Computer sind für Anita Bust unerlässlich, hier schaltet und waltet sie im Sinne der Mitglieder. Auf dem Bildschirm zu sehen: natürlich ihre Landfrauen.
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Der wichtige Arbeitsplatz: Schreibtisch und Computer sind für Anita Bust unerlässlich, hier schaltet und waltet sie im Sinne der Mitglieder. Auf dem Bildschirm zu sehen: natürlich ihre Landfrauen.

Portät: Anita Bust aus Reichensachsen bring Familie und Vereinsleben stets in Einklang. Heute stellen wir sie einmal genauer vor.

Reichensachsen – Mut, Schneid, Beherzt- und Unerschrockenheit, diese vier Eigenschaften lassen sich auch in einem Wort vereinen. Und dieses Wort, das heißt Courage. Bei Anita Bust aus Reichensachsen sind all diese Wesensmerkmale zu finden, sie hat stets ihre Familie und das engagierte Vereinsleben in Einklang gebracht und verdient sich große Anerkennung als Leuchtturm der Gesellschaft.

Mit 19 zum Schäferhof

Sie wurde zwar in Netra geboren, aber schon mit 19 Jahren zog es sie der Liebe wegen nach Reichensachsen, wo sie 1965 mit Schäfermeister Horst Bust das gemeinsame Eheleben begann. „Bei uns ging es immer turbulent zu, die große Schäferei als Existenzgrundlage und die Haushaltsführung mit unseren vier Kindern verlangten von uns einerseits Verantwortung und auf der anderen Seite kam das Gesamtpaket einer enormen Herausforderung gleich“, erklärt Anita Bust beim WR-Gespräch.

Die Schriftführerin

„Meinen Beruf als Buchhalterin habe ich nach zweijähriger Tätigkeit 1965 aufgegeben, die Schäferei verlangte meine bedingungslose Mithilfe, sodass ich erst 1990, nach immerhin 25 Jahren, die Wiedereingliederung als Teilzeitkraft bis zur Rente in 2011 suchte. Mehr ließ der Hof freilich nicht zu“, macht die bald 75-Jährige deutlich, dass sie zusätzlich beim Schäferverein des Werra-Meißner-Kreises bis heute im Vorstand tätig ist.

Seit 1988 im Vorstand

„Ich stand von 1988 an als Schriftführerin an der Seite meines Ehemannes und unterstützte ihn, denn er lenkte von 1985 bis 2018 als Vorsitzender die Geschicke. Gemeinsam organisierten wir Versammlungen, Vorträge, Tagesfahrten, Grillabende oder gar größere Feste, die häufig auf unserem Hof stattfanden, weil es die räumlichen Gegebenheiten möglich machten“, konstatiert Anita Bust, dass der Verein aktuell 52 Mitglieder zählt und dabei Schäfer, Schafhalter und Freunde der Schafzucht vereint: „Ich hatte auch in meiner Funktion als Schriftführerin die Einladungen schon geschrieben, denn wir wollten 2020 das 100-jährige Vereinsbestehen feiern, was Corona leider verhinderte.“

Chefin der Landfrauen

Kontinuierlich hat sich Anita Bust auch für den Landfrauenverein in Reichensachsen eingesetzt: „Ich habe mich 1976 den fleißigen Bienen angeschlossen und, weil es mir ganz einfach liegt, von 1982 bis 2004 einen weiteren Posten als Schriftführerin angenommen. Als Hildegard Niewiesk, die über 30 Jahre unsere Vorsitzende war, 2003 bei einem Autounfall ums Leben kam, war es mir wichtig, mitzuhelfen, den Verein aufzufangen. Seit ich 2004 bei der Jahreshauptversammlung zur Vorsitzenden gewählt wurde, habe ich viele Ideen eingebracht und mit meinem intakten Vorstand auch umgesetzt“, geht Anita Bust auf die zahlreichen Aktivitäten im Jahresprogramm ein, das Vorträge, gemütliche Abende, Wanderungen, Baumpflanzaktionen, Radtouren, Theaterbesuche, Tagesfahrten, Kochkurse, Sommerfest sowie die alljährliche Teilnahme am Heimatfest zum Inhalt hat.

Ehrenbrief des Landes

Der verdiente Lohn ist an der 74-Jährigen natürlich nicht vorbeigegangen. Bürgermeister Jochen Kistner überreichte ihr 2015 den Ehrenbrief des Landes Hessen. Der ist mit Gewissheit auch auf ein weiteres Ehrenamt abzuleiten, denn sie sagt, dass sie sich sehr gerne im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde engagiert hat und dabei, wie schon bei den Landfrauen, an den Aufgaben gewachsen ist.

„In den 18 Jahren von 1995 bis 2013 stehen auch sechs Jahre zwischen 2007 und 2013 als stellvertretende Vorsitzende“, zeigt sie sich angetan von der Verleihung die Dankesmedaille: „Die hohe Auszeichnung der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck hat mir Pfarrer Dirk Panke überreicht“, lässt Anita Bust schon jetzt erkennen, dass sie nach dem Rückzug im Kirchenvorstand im nächsten Jahr auch den Vorsitz bei den Landfrauen abgeben möchte.

Platz am Schreibtisch

Nach ihrem beruflichen Wiedereinstieg als Buchhalterin hat sie Seminare zur Weiterbildung besucht und möchte vor allem die zehn Jahre in der Verwaltung des Eschweger Seniorenzentrums Lindenhof nicht missen: „Ich bin da jeden Morgen gerne hingegangen und wurde mit Freude erwartet; so geht Beruf auch“, schmunzelt Anita Bust, die viele Dinge, wie Einladungen oder Weihnachts- und Neujahrsgrüße an die Mitglieder, von ihrem Schreibtisch aus erledigt.

Sie ist im Internet versiert, nimmt an Zoom-Online-Besprechungen teil, und sie interessiert sich, wenn die jeweiligen Landesverbände Video-Vorträge anbieten, egal, ob es um die Arbeit der Schäfer oder um Bereiche der Landfrauen geht.

Die Familie

„Da ich computertechnisch dank meines Sohnes sehr gut ausgerüstet bin, erledige ich für meine Tochter, die in der Nähe von Mainz eine physiotherapeutische Praxis betreibt, die Buchhaltung. Apropos Familie: „Die hält mich immer auf Betriebstemperatur, vier Kinder und vier Schwiegerkinder, zwölf Enkel und drei Urenkel sorgen schon für lebhaften Wirbel. Aber natürlich freue ich mich, wenn alle da sind, denn es gibt nichts Schöneres als die Familie“, so Anita Bust mit einem Lächeln. (Von Harald Triller)

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