Entsetzen in Reichensachsen

Ex-Schulleiter der Kleeblattschule in U-Haft

An der Kleeblatt-Grundschule in Reichensachsen war der 46-Jährige lange Zeit Schulleiter. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.
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An der Kleeblatt-Grundschule in Reichensachsen war der 46-Jährige lange Zeit Schulleiter. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Reichensachsen – Der langjährige Leiter der Kleeblattschule Reichensachsen sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird Kindesmissbrauch und die Verbreitung von Kinderpornografie zur Last gelegt.

Dabei galt der Pädagoge weit über Reichensachsen hinaus als engagiert und beliebt. Als Leiter eines Kinderchores war er zudem gern gesehener Gast bei vielen Veranstaltungen.

Nach seiner Zeit in Wehretal bis zu seinem Ausscheiden aus dem Beruf war der 46-jährige Schulleiter der Haselbachschule in dem Ortsteil von Rotenburg.

In seiner Zeit an der Kleeblattschule sei der 46-Jährige als sehr engagierter Pädagoge aufgefallen, sagt Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich. Er selbst ist Familienvater; sein eigener Sohn hat die Kleeblattschule im betreffenden Zeitraum besucht. Mit entsprechend großer Bestürzung, ja Fassungslosigkeit habe er die Nachricht aufgenommen, sagt Timo Friedrich. „Innerhalb der Schulgemeinde hat sich der ehemalige Schulleiter größter Beliebtheit erfreut“, weiß der Bürgermeister.

Mehr noch: Die Umbenennung der ehemaligen Friedrich-Ebert-Grundschule in „Kleeblattgrundschule“ im Jahr 2013 sei auf eine Initiative des ehemaligen Schulleiters zurückzuführen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, der selbst in Lispenhausen lebt und Kinder auf der Haselbach-Grundschule hat, ist selbst völlig fassungslos. Er kennt den Ex-Schulleiter gut und sagt, „solche schrecklichen Vorwürfe hätte ich nie erwartet“. Grunwald, der zurzeit im Skiurlaub ist, betont, dass jetzt im Interesse aller betroffenen eine lückenlose Aufklärung der schweren Vorwürfe erfolgen müsse. „Der Schutz der Opfer hat für mich dabei allergrößten Vorrang“, betont der Bürgermeister. Besonders schockiert ist Grunwald, dass der 46-jährige Pädagoge offenbar schon seit längerer Zeit und mit System am Werke gewesen sein könnte.

„Es gab keinerlei Hinweise oder Verdachtsmomente gegen den Mann“, betont Grunwald, der als Vater selbst in der Schulgemeinde aktiv ist. Zuletzt habe es im Dorf zwar einige Gerüchte um die vorzeitige Pensionierung und den Wegzug des ehemaligen Schulleiters gegeben. „Aber zu diesen Dorfgerüchten werde ich mich nicht äußern.“

Für Grunwald steht jetzt die Hilfe für die möglicherweise betroffenen Kinder und Eltern an allererster Stelle. „Wir werden tun, was wir können“, sichert er zu. Mit seiner derzeitigen Stellvertreterin, der Ersten Stadträtin Ursula Enders, sei er auch aus dem Urlaub heraus in stetem Kontakt. Der Elternbeirat der Schule habe erste Hinweise zu Aufarbeitung der schlimmen Vorwürfe nach den Schulferien erhalten. „Es sind sehr viel Fragen offen, die ich jetzt genau wie viele andere Eltern habe“, sagt Grunwald.

Auch der Vorsitzende des Kreiselternbeirats, Mario Knoch, der selbst in Rotenburg wohnt und dort Vorsitzender der UBR im Stadtparlament ist, reagiert betroffen. „Ich kenne die Schule und den Mann als Schuleiter, aber auch als Chorleiter sehr gut, ich hätte das nie vermutet“, sagt Knoch und betont, wie beliebt, anerkannt und wertgeschätzt der 46-jährige Pädagoge war.

Umso tiefer sitze deshalb jetzt bei ihm die Erschütterung über die schlimmen Vorwürfe, sollten sie sich bewahrheiten. „Meine Gedanke sind bei allen Eltern und Kindern“, sagt Knoch uns sichert dem Schulleitung und dem örtlichen Elternbeirat jede Unterstützung zu.

Ein Patentrezept, wie man Derartiges verhindern könnte, hat Knoch nicht. „Wir können doch nicht jeden kontrollieren, dem wir unsere Kinder anvertrauen“. Er plädiert deshalb für Prävention. Kinder müssten rechtzeitig und altersgerecht über mögliche Gefahren aufgeklärt werden. Fotos: Schäfer-Marg/ Gem. Wehretal

Von Emily Hartmann und Kai A. Struthoff

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald
Timo Friedrich, Bürgermeister Wehretal

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