Mit Ballast in die Sonne

Reisebüros: Buchungen rollen auch für Ostern nur langsam wieder an

Beratung am Telefon oder mit Termin: In ihrem Reisebüro in Eschwege berät Silvia Vogel die Kunden zu Reisen in Pandemiezeiten.
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Beratung am Telefon oder mit Termin: In ihrem Reisebüro in Eschwege berät Silvia Vogel die Kunden zu Reisen in Pandemiezeiten.

Von dem Mallorca-Reisefieber, das so manchen Deutschen trotz Pandemie gepackt hat, spürt Wolfgang Punzet vom Soodener Reisebüro in Bad Sooden-Allendorf nichts. Seine wenigen, verbliebenen Kunden fliegen lieber auf die Kanaren oder machen eine Kreuzfahrt.

Werra-Meißner - „Ich glaube, es gibt ganz unterschiedliche Menschentypen. Die einen entscheiden sich für eine Reise und nehmen die Regelungen in Kauf und andere buchen die Reise für später“, sagt Wolfgang Punzet.

Als Service gibt die Corona-Regeln

Wenn die wenigen Reisewilligen aus dem Kreis in das Soodener Reisebüro kommen und das Reiseziel beschlossene Sache ist, druckt Punzet die wichtigsten Corona-Verhaltensregeln aus. „Das sind dann auch mal vier A4-Seiten“, sagt er. Angesichts des Papierwustes überlegten sich manche Urlauber, doch erst für 2022 zu buchen.

Um die Bestimmungen für die Urlauber, auch über Ostern, so gering wie möglich zu halten, suchen die Reisebürobetreiber in digitalen Informationsprogrammen nach Angaben zu Maskenpflicht, Impfregelungen und Quarantänebestimmungen. „So können wir gezielt schauen, was ein deutscher Tourist in einem bestimmten Land zurzeit beachten muss“, sagt Punzet. Und es gehe auch andersherum, mit dem Suchprogramm können Urlaubsorte ausgewählt werden, an denen keine Maske getragen werden muss, berichtet der Reisebüroinhaber.

Kostenlose Stornierungen sind Entscheidungsgrund für Reisen

Zur Vorbereitung auf den Urlaub in Pandemiezeiten beschäftigt die Reisenden vor allem die Frage, ob kostenlose Stornierungen möglich sind, berichtet Silvia Vogel, Inhaberin von Vogel-Reise in Eschwege. Es gäbe nur noch selten Anbieter, die auch Umbuchungen nicht anböten, bestätigt Wolfgang Punzet. Die Kunden in Silvia Vogels Reisebüro buchen Urlaub auf den Balearen, nach Mallorca und machen Flusskreuzfahrten. „Aber es sind nicht ohne Ende Anfragen“, sagt die 42-Jährige. Denn bevor die Urlauber die Seele baumeln lassen können, sei eine Menge Organisation nötig. „Wir empfehlen dann zum Beispiel, einen Mietwagen, statt den Bus zum Flughafen zu nehmen, um das Infektionsrisiko gering zu halten“, erklärt Wolfgang Punzet die Tipps der Reiseexperten. Silvia Vogel ergänzt: „Wenn es möglich ist, fahren die Urlauber selbst zum Ziel.“

Trend zu kleinen Hotels

Nicht nur der Transportweg zum Urlaubsort ändere sich in der Pandemie. „Es schwenkt um auf kleine Hotels, statt großer Hotels und Ferienwohnungen“, sagt Vogel. Die Partymeile Ballermann in Mallorca werde seit der Pandemie nicht mehr angefragt, berichtet die Reisebüroinhaberin. „Das war früher anders“, erinnert sie sich.

Ostergeschäft schleppend

Das Ostergeschäft läuft für die Reisebüroinhaber im Werra-Meißner-Kreis weiter schleppend, während deutschlandweit viele Urlauber gen Süden fliegen. Einen Grund dafür sieht Wolfgang Punzet im Stadt-Land-Gefälle. „Die Leute sind auf dem Land zurückhaltender, was das Reisen angeht“, sagt der 58-Jährige.

Zum Überleben seines Geschäfts reichten die wenigen Urlauber nicht. „Die Nachfrage kommt nicht in Schüben, so wie wir das brauchen“, sagt der Unternehmer mit Blick auf die Ferienzeiten. Wolfgang Punzet rechnet erst im Dezember wieder mit mehr Einnahmen. Von Kim Hornickel

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