Einsatz für Mensch und Tier

Rettungshundestaffel Werra-Meißner hat jetzt Drohne und elf Piloten

Vor dem Mähtod gerettet: Dieses Kitz wurde im Frühjahr mithilfe der Drohne aus einer Wiese geborgen.
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Vor dem Mähtod gerettet: Dieses Kitz wurde im Frühjahr mithilfe der Drohne aus einer Wiese geborgen.

Eine Drohne, die unter anderem mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera ausgestattet ist, kann Leben retten - von Mensch und Tier. Die Rettungshundestaffel Werra-Meißner hat jetzt ein solches Gerät und elf ausgebildete Piloten.

Werra-Meißner – Die ersten lebensrettenden Einsätze mit ihrer neuen Drohne ist die Rettungshundestaffel Werra-Meißner bereits im Frühjahr dieses Jahres geflogen. Bei zirka 20 Einsätzen, die jeweils in den frühen Morgenstunden noch vor Sonnenaufgang stattfanden, konnten die Aktiven des Vereins zwölf Rehkitze aus den Wiesen retten, bevor die Flächen gemäht wurden.

Dank der Drohne, die neben einer normalen Kamera auch mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera ausgestattet ist, konnten alle in den Wiesen von ihren Müttern abgelegten Kitze gefunden werden. „Wir haben keins der Tiere übersehen und alle haben überlebt“, sagt Imke Drescher.

Aber die Kitzrettung hatte noch einen anderen positiven Effekt. „Für uns war das eine super Übung, um das sichere Fliegen mit der Drohne zu lernen“, sagt Imke Drescher. Inzwischen haben elf Mitglieder der Rettungshundestaffel Werra-Meißner für die Drohne einen Führerschein, acht von ihnen sind jetzt aktive Drohnen-Piloten. „Das war uns wichtig, damit wirklich alle Mitglieder der Drohnen-Sparte im Ernstfall einsatzbereit sind“, sagt David Rödiger.

Zum Einsatz soll die Drohne mit der Wärmebildkamera vor allem in der Vermisstensuche kommen. Denn was das bloße Auge auch bei guten Licht nicht sieht, erkennt die Wärmebildkamera, insofern der Körper warm ist.

Freiwillige Feuerwehren sind am Einsatz der Drohne interessiert

Inzwischen hat sich die Rettungshundestaffel aber mit Technik und Piloten bei den Feuerwehren des Kreises vorgestellt, die, so Rödiger, alle großes Interesse an der Drohne haben. „Bei großen Einsätzen kann man mit der Drohne nicht Menschen und Tiere, sondern auch versteckte Glutnester finden“, sagt Rödiger. Selbst die Berufsfeuerwehr Kassel habe ihr Interesse bekundet. Die Dienstleistung, wenn sie gebraucht wird, gibt es von der Rettungshundestaffel unentgeltlich. „Dafür sind wir ein gemeinnütziger Verein“, sagt Imke Drescher.

Die Entscheidung, eine hochwertige Drohne anzuschaffen, hat der Verein bereits im vergangenen Jahr getroffen. Viele Abende habe man diskutiert, ob und welche Drohne es werden soll und sich letztendlich für ein Model des Weltmarktführers auf dem Gebiet entschieden. 16 000 Euro hat sie mit allem Zubehör von den Fernbedienungen bis zu Laptops und Zelt gekostet. Ausgestattet ist das etwa sechs Kilo schwere Fluggerät mit drei Kameras – eine für den Piloten, die andere für den Bildbeobachter sowie einer Wärmebildkamera.

Finanziert wurde die Drohen aus Mitteln des Vereins, vielen kleinen Privatspenden und eine Spende von 3000 Euro von der VR-Bank Mitte.

Geflogen wird die Drohne, die eine Reichweite von acht Kilometern hat, immer von zwei Piloten gleichzeitig. Das erfordert einiges an Übung und das ist kein einfaches Unterfangen, denn die Rettungshundestaffel darf mit der Drohne nur außerhalb von Ortslagen und auch dort nicht überall fliegen – die Ausnahme ist nur der Ernstfall. Aber auf den ist die Truppe jetzt vorbereitet. (Stefanie Salzmann)

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