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Ringgau kündigt Kooperation mit Goetel

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Von: Stefanie Salzmann

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ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Hand hält auf dem Marktplatz von Bretten (Baden-Württemberg) am 13.07.2016 ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers. (zu dpa: «Deutschland nicht unter zehn am besten vernetzten Ländern der Welt³ vom 15.11.2017) Foto: Uli Deck/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Ringgau hat den Kooperationsvertrag mit Goetel gekündigt, jetzt ist die UGG wieder im rennen. © picture alliance / Uli Deck/dpa

Glasfaserbau: Ringgau hebt Beschluss auf und stimmt jetzt für UGG. Goetel konnte Zusagen nicht einheinhalten und hat Kontakt zur Kommune abgebrochen.

Ringgau – Die Gemeindevertretung Ringgau hat am Donnerstagabend ihren erst Mitte September dieses Jahres geschlossenen Kooperationsvertrag für den Glasfaserausbau mit FTTH-Technik aufgekündigt und stattdessen eine Kooperation mit der Firma UGG (Unssere Grüne Glasfaser) beschlossen. „Wir können nur entscheiden UGG oder nichts“, sagte der Parlamentsvorsitzende Dominik Setale am Donerstagabend.

Für das Aufkündigen der Zusammenarbeit mit Goetel nannte Bürgermeister Mario Hartmann eine ganze Reihe an Gründen: Bereits zu einer sogenannten Bauanlaufbesprechung gemeinsam mit dem Eschweger Stadtwerke sei kein Vertreter der Firma Goetel erschienen, die spätere Begründung des Unternehmens lautet, das Goetel bisher kein Budget für die Verlegung von Leerrohren habe. Um das doppelte Aufreißen der Gehwege zu vermeiden, habe sich die Gemeinde dann entschieden, die Rohre in Eigenregie zu verlegen.

Bei einem kurz danach angesetzten Multiplikatorenabend habe Goetel eine Vertretung geschickt, die dann mitteilte, dass der Vertriebschef für die Region, Michael Zukiwski, inzwischen das Unternehmen habe verlassen müssen. Dieser habe den Kommunen Zusagen gemacht, die Goetel nicht halten könne. Dazu gehört ein entscheidender Punkt – nämlich die ebenfalls kostenlose Anschluss der Aussiedlerhöfe an das Glasfasernetz. Das war seinerzeit eines der KO-Kritereien gegen den Anbieter UGG gewesen, der von vorneherein gesagt hatte, das das nicht ohne Eigenbeteiligung der Eigentümer möglich sei.

Seither sei jeder Kontakt zu Goetel abgerissen, schilderte Bürgermeister Hartmann. Auch ein bereits terminiertes Treffen mit dem technischen Direktor von Goetel habe nicht mehr stattgefunden. „Es ist sehr unglücklich gelaufen.“

UGG wieder im Rennen

Nach der eingetreten Funkstille mit Goetel hatte der Bürgermeister wieder Kontakt zur UGG aufgenommen, die über den Mutterkonzer O2 inzwischen ihre Tarife neu gestaltet hat. Die Eigentümer der Aussiedlerhöfe müssen einen Eigenanteil für die Anschlüsse zahlen – vor allem das Ausheben der Gräben sei teuer. Das betrifft einen Hof in Lüderbach, die Güter Harmuthausen und Laudenbach, die Höfe zwischen Netra und Rittmannshausen, den Hof Renderoth sowie die Eisenacher Straße 1 bis 7 in Röhrda.

Angesichts der vielen kursierende Hiobsbotschaften über das Gebahren der bauausführenden Firmen sagte Hartmann: „Egal welche Entscheidung wir hier treffen, wir werden Irritationen in der Bauphase nicht ausschließen können.“ Die Glasfaseranschlüsse sollen laut Hartmann, da wo es möglich ist, in offener Bauweise verlegt werden, Wege und Straßen werden unterschossen. Die bestehenden, neuen Leitungen der Netcom Kassel könne die UGG nicht nutzen, den Exklusiv-Vertrag dafür besitze wiederum Goetel. Es gebe keine Möglichkeit, Firmen zu zwingen, vorhandene Infrastruktur zu nutzen. (Stefanie Salzmann)

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