Ausgaben in Millionenhöhe

Ringgau muss in die Trinkwasserversorgung von Netra investieren

Knappheit trotz Wasserschloss. Die Pegelstände des Tiefbrunnens in Netra nehmen stetig ab. Eine Lösung, die die Wasserversorgung des Ortsteiles sicherstellt, muss her.
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Knappheit trotz Wasserschloss. Die Pegelstände des Tiefbrunnens in Netra nehmen stetig ab. Eine Lösung, die die Wasserversorgung des Ortsteiles sicherstellt, muss her.

Investitionen in Millionenhöhe kommen auf die Gemeinde Ringgau zu, um die Trinkwasserversorgung von Netra sicherzustellen. Der Tiefbrunnen verzeichnet einen stetig abnehmenden Pegel.

Netra - „Der Trend des Tiefbrunnens zeigt nach unten, im Moment ist wegen der starken Schneefälle aber alles noch gut“, sagte Bürgermeister Mario Hartmann zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. „Wir hoffen, dass wir dieses und nächstes Jahr noch kein Wasser nach Netra fahren müssen.“

Um das Netraer Trinkwasserproblem zu lösen, soll in diesem Jahr ein Konzept erstellt werden, die Kosten dafür belaufen sich voraussichtlich auf 100 000 Euro. Das basiert auf einem Konzept, das die EAM bereits vor fünf Jahren vorgelegt hat. „Wir müssen sehen, ob das noch Bestand hat“, so der Bürgermeister. Die dann 2022 und 2023 folgenden Investitionen werden von der EAM derzeit mit 1,5 Millionen Euro geschätzt, 750 000 Euro pro Jahr. Das alte Konzept ging sogar von 1,9 Millionen Euro aus.

So werde überlegt, eine Wasserleitung von Rittmannshausen nach Netra zu legen, um Netra mit Trinkwasser zu versorgen. Eine andere Variante ist eine Trinkwasserleitung von Röhrda nach Netra, weil Röhrda von der „beinahe unerschöpfliche“ Quelle Breitau versorgt wird, so Hartmann. Auch eine Erneuerung des Wassersystems in Lüderbach gehört zu den Optionen. „Wenn wir in Lüderbach investieren, muss sich das rechnen“, erklärt Hartmann. Auch von Lüderbach aus sei eine Wasserversorgung von Netra denkbar.

Dazu müsste eine Leitung zunächst nach Rittmannshausen und dann nach Netra gebaut werden. Um mit den Planungen jetzt zügig beginnen zu können, will die Gemeinde noch vor Verabschiedung ihres Haushaltes 2021 eine Einzelgenehmigung beim RP Kassel erwirken. Die Gemeindevertretung soll am kommenden Donnerstag darüber entscheiden.

Eine weitere große Investition, die auf die Gemeinde Ringgau zukommt, ist der Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für die Feuerwehr Netra. Die Entscheidung war im August vorigen Jahres vertagt worden, nachdem das Land Hessen der Gemeinde angeboten hatte, ein Fahrzeug aus der sogenannten Landesbeschaffung zu bekommen, weil das günstiger ist. Wie die Verwaltung darstellte, handelt es sich bei dem sogenannten LF 10 um ein Fahrgestell von Mercedes. Zu leisten hat die Gemeinde dafür einen Eigenanteil von insgesamt 230 000 Euro. Die setzen sich aus 142 000 Euro für das Fahrgestell zusammen, dazu kommen 34 000 Euro für Sonderausstattung sowie um die 60- bis 70 000 Euro für die Beladung des Fahrzeuges. Bei der Beladung übernimmt 20 000 Euro der Werra-Meißner-Kreis, weitere 80 000 Euro gibt es als Landeszuschuss.

Manfred Ebeling (CDU) kritisierte, dass „solche Wunschfahrzeuge den Bürgern angesichts hoher Steuern nicht zuzumuten“ sind. Die Frage des Ausschusses, ob es ein Fahrzeug „nicht auch eine Nummer kleiner getan hätte“, beantwortete Bürgermeister Hartmann damit, dass „diese Entscheidung“ bereits vor zwei Jahren getroffen worden sei. „Erklär das mal jemand der Feuerwehr.“ (Stefanie Salzmann)

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