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Kein „Amazon & Co“ soll bei Netra ansässig werden

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Von: Stefanie Salzmann

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Kein Ort für reine Logistiker: Diese Flächen westlich von Netra sollen als Gewerbeflächen vermarktet werden und der Gemeinde Einnahmen bringen.
Kein Ort für reine Logistiker: Diese Flächen westlich von Netra sollen als Gewerbeflächen vermarktet werden und der Gemeinde Einnahmen bringen. © STEFANIE SALZMANN

Ringgaus Planungsausschuss erarbeitet Vergabekriterien für geplantes Gewerbegebiet bei Netra. Reine Logistikunternehmen, die für hohe Lärm- und Schmutzemissionen sorgen, sollen ausgeschlossen werden.

Netra – Große Logistiker wie Amazon, DHL oder Hermes, die eine hohe Verkehrsbelastung mit sich bringen, sollen sich nicht in dem westlich von Netra geplanten Gewerbegebiet der Gemeinde Ringgau ansiedeln dürfen. Daher hat der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Ringgau jetzt auf einen Katalog eng gefasster Kriterien erarbeitet, der festlegt, welche Bedingungen ansiedlungswillige Firmen nach Möglichkeit erfüllen sollen, um bei der Vergabe der Flächen berücksichtigt zu werden.

„Wir als Gemeinde haben jetzt die Möglichkeit, zu gestalten“, sagte Bürgermeister Mario Hartmann. Dann brauche die Gemeinde sich auch nicht mit Unternehmen auseinandersetzen, die man gar nicht dort wolle. Auf folgende Kriterien konnte sich der Bau- und Planungsausschuss am Donnerstag verständigen:

Parlament muss noch entscheiden

Die jetzt erarbeiteten Vergabekriterien sollen in zwei Wochen der Gemeindevertretung zur Abstimmung vorgelegt werden. Danach wird die Wirtschaftsförderung des Kreises beauftragt, nach Firmen zu suchen, die in etwa den Kriterien entsprechen. „Sobald wir das Go haben, gehen wir los“, sagt Dr. Lars Kleeberg von der Wirtschaftsförderung des Kreises. Die eigentliche Vergabe soll durch den Gemeindevorstand und die Fraktionsvorsitzenden erfolgen. Die Vorgespräche will die Wirtschaftsförderung führen.

Die Flächen, die für das Gewerbegebiet bei Netra infrage kommen gehören der Gemeinde, der Kirche und verschiedenen Privatbesitzern. Wie Bürgermeister Hartmann erläuterte, werde die Gemeinde in keinerlei Vorleistung gehen, weder Flächen ankaufen noch beplanen und erschließen. „Wir werden den Teufel tun, aus bewirtschaftetem Ackerland ein Gewerbegebiet zu machen, und dann kommt keiner“, sagte Hartmann. Vielmehr sei es inzwischen häufig so, dass Firmen Flächen suchten und die Beplanung und auch Erschließung oft selbst übernehmen.

Die Gemeinde Ringgau will ein Gewerbegebiet installieren, weil es praktisch die einzige Möglichkeit der Kommune ist, Einnahmen zu generieren und somit langfristig die Steuerlast der Bevölkerung wieder zu senken. Wegen der finanziellen Schieflage der Kommune hatte diese die Grundsteuer A und B deutlich anheben müssen. Dennoch ist die Gemeinde kaum in der Lage, ihren Pflichtaufgaben nachzukommen. (Stefanie Salzmann)

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